Kommentar: Kopf aus dem Sand
■ Busfahren ist kein brauchbares Konzept
FORSA stößt bei einer Umfrage auf eine breite Zustimmung für eine Ausländerquote an Schulen. Der Bremer CDU-Fraktionschef Ronald-Mike Neumeyer geht mit einer entsprechenden Forderung an die Öffentlichkeit – und keiner geißelt die Populismus-Parole. Was ist los im kleinen Bremer Bundesland?
In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, die auch die Kinder des Mittelstands schon lange nicht mehr verschont, weicht der Wunsch nach den besten Chancen fürs eigene Kind offenbar Denkverbote auf. Auch links-liberale Eltern wissen, in Klassen mit vielen nicht-deutschen Kindern sinkt das benotbare Leistungsniveau. Klagen darüber werden hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen; Lösungen, wie die bereits vollendete Verschiebung der Schulbezirksgrenze in Kattenturm diskret organisiert. Niemand will rechten Forderungen Vorschub leisten. Doch viele wissen, und die verhaltenen Reaktionen beweisen es nur: Es gibt Probleme. Die CDU hat sie aufgespießt.
Tatsächlich ist es höchste Zeit zu handeln. Vieles wäre möglich, um sich in dieser Stadt gegen Ghettos und für eine wirkliche Integration auch in den Schulen stark zu machen. Das Bildungsressort aber steckt den Kopf in den Sand – statt das Thema offensiv in Zusammenarbeit mit anderen Senatsressorts anzupacken. Da muß sich niemand wundern, wenn Eltern irgendwann doch nach Sündenböcken rufen – und sich CDU-Forderungen zu eigen machen. Katja Ubben
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