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Kommentar zur Debatte über PolizeipräsidentSorry, so geht das gar nicht!

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Die Auswahl des neuen Polizeipräsidenten ist ein Politikum und eigentlich braucht es dafür Zeit. Die hat sich Innensenator Körting in seinen letzten Amtstagen aber nicht genommen.

D er SPD-Innensenator möchte in seinen letzten Amtstagen auf Teufel komm raus einen Genossen auf einen Posten heben. Sein Koalitionspartner, die Linkspartei, findet das nicht ganz so gut, wagt aber in präelektoraler Depression nur ein Aufständchen. Und die Grünen? Kuscheln schon mal an den Designierten ran, weil sie ja mit dem zusammenarbeiten wollen müssen. Das könnte man vielleicht durchgehen lassen, wenn es um einen neuen Postmeister fürs Parlament ginge. Doch zur Debatte steht Berlins nächster Polizeipräsident. Und da fällt einem nur noch eins ein: Sorry, so geht das gar nicht!

Die Auswahl des Polizeipräsidenten ist stets ein Politikum. Zu Recht. Schließlich gibt es kaum einen Beamten, der weiter in das Alltagsgeschehen der Stadt einwirken kann. Deshalb werden Kandidaten auch gern von Kritikern in der Luft zerfetzt. Und von Befürwortern in den Himmel gelobt. Um tatsächlich beurteilen zu können, ob der Kandidat sich für irgendetwas eignet, ob er ein unerträglicher Haudegen oder ein von CDU-Vorgesetzten kaltgestellter Profi ist, bräuchte es Zeit. Ruhe. Offenheit. All das verweigert Körting.

Das passende Vorbild

Dabei könnte sich der scheidende Innensenator Ehrhart Körting einfach an einem sehr naheliegenden Vorbild orientieren: dem gerade frisch ins Amt gewählten Innensenator Ehrhart Körting. Der hätte 2001, zu Zeiten einer rot-grünen Übergangsregierung, schon einmal einen neuen Polizeipräsidenten küren können. Er verzichtete aber darauf, weil ein Regierungswechsel absehbar war. Heute hingegen verzichtet er auf jedes politische Geschick.

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Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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2 Kommentare

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  • FB
    Franz Beer

    Braucht Berlin wirklich einen ,,Hardliner,,als Polizeipräsident?Als Weltstadt mit Flair bestimmt nicht.Kreuzberg befrieden,Gewalt bei Jugendlichen,Drogen,usw usw.Die Lösung liegt bestimmt nicht in einem von der CDU gewünschten ,,Hart Durchgreifen,,mal wieder die Populismuskeule schwingen.Die Titelseite der Bild ist Ihm sicher.

  • K
    kreuzberger

    naja, immerhin hat glietsch schon den rekord für den am längsten amtierenden berliner polizeipräsidenten seit 1965 aufgestellt. es wäre doch unrealistisch zu erwarten, dass ihn sein nachfolger übertreffen kann. also keinen stress, spätestens nach einem ungünstig verlaufenen 1. mai ist auch dieser "PolPrä" weg...