piwik no script img

Kommentar Luftqualität Teurer Schmutz

Kommentar von

Sven-Michael Veit

Die Politik muss dafür sorgen, dass es auf Hamburgs Straßen nicht nur sicherer wird, sondern auch gesünder. Das heißt: Umweltzone, City-Maut und autofreie Innenstadt.

D er frische Wind an der Waterkant täuscht. Die Atemluft in Hamburg ist keineswegs rein. Sie ist im Gegenteil ziemlich giftig. Und der Hauptverursacher ist der Autoverkehr. Also muss die Hamburger Politik endlich dafür sorgen, dass es auf den Straßen in der Stadt nicht nur sicherer wird, sondern auch gesünder.

Ohne verkehrsbeschränkende Maßnahmen wird das nicht gehen, wie jetzt in dem internen Papier der Umweltbehörde eingeräumt wird. Und das heißt mindestens die Einführung von Umweltzone und City-Maut, es kann aber auch gerne die komplett autofreie Innenstadt bedeuten. Mit dem Geländewagen um die Binnenalster zu heizen, ist nicht länger tolerabel.

Eine Alternative gibt es nicht. Mit dem zögerlichen Ausbau des Nahverkehrs, der vorgetäuschten Förderung des Radfahrens und der aus dem Fenster geworfenen Viertelmilliarde Euro für Europas unsinnigstes Bussystem ist kein sauberer Stadtstaat zu machen.

Jedes weitere Jahr mit dreckiger Luft könnte Hamburg an die 40 Millionen Euro kosten. Die Strafbefehle aus Brüssel bei Verstößen gegen Umweltauflagen können empfindlich ausfallen, das haben andere Bundesländer bereits erfahren müssen.

Seinem Senat solle niemals vorgeworfen werden, für die falschen Dinge Geld auszugeben, hat Bürgermeister Olaf Scholz versprochen. Strafen für dreckige Luft wären dafür ein Beispiel.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Sven-Michael Veit Hamburg-Redakteur

Mehr zum Thema

1 Kommentar

 / 
  • H
    hjm

    Eine City-Maut koennte leider sehr rasch das Gegenteil von dem bewirken, was damit beabsichtigt ist. Der Verkehr würde "obenrum" um die Aussenalster gelenkt, ausgerechnet durch Barmbek, Winterhude, Eppendorf, etc., allesamt dicht besiedelt.

     

    Die Behauptung es gäbe keine Alternative ist irrig. Googelst Du PRT-Systeme. Oder kommst Du am 27.8. in die "soulkitchen" in Wilhelmsburg um 19.00, da halte ich einen Vortrag über innovative, nachhaltige Verkehrssysteme und da kann man auch kritische Fragen stellen. Bus & Bahn sind übrigens nicht nachhaltig, ihr Energieverbrauch pro Personenkilometer liegt auf dem Niveau eines sparsamen Kleinwagens.