Kommentar Kompromiss in Olpenitz: Es geht also doch
Auch wenn sie Ökonomie und Ökologie versöhnt haben mag: Zum Präjudiz für ein schwarz-grün regiertes Schleswig-Holstein taugt die Einigung nicht.
E s ist eine Einigung in einer Sachfrage, mehr nicht. Und wenn auch die Dimension des Projekts Port Olpenitz in jeder Hinsicht gewaltig sind, führt das Happy End noch lange nicht zu einer schwarz-grünen Ehe. Für eine Warnung an die politische Konkurrenz jedoch reicht es: Schwarz-Gelb und Rot-Grün in Kiel sind nicht mehr die einzigen Optionen nach der Landtagswahl in 14 Monaten.
Zunächst einmal ist in Olpenitz die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie gelungen - und das ist beispielhaft. Die größte Ferienanlage Norddeutschlands in direkter Nachbarschaft zu ebenso wertvollen wie sensiblen Biotopen zu errichten, konnte kein Selbstgänger sein.
Wenn dies nun im Konsens zwischen Bauherr und Naturschutzverbänden geschieht, darf das als vorbildlich gelten. Um Beachtung in künftigen Fällen wird dringlichst gebeten: Es geht.
Dass die Vermittlung zwischen Investor und Umweltschützern einem schwarz-grünen Politikerteam gelang, scheint auf den ersten Blick naheliegend. Ein Politikmodell wird daraus aber noch nicht. Es war schlicht sinnvoll und pragmatisch, es zu tun - es war lösungsorientiert.
Ohne ideologische Scheuklappen sieht man eben besser. Welchen Optiker SPD und FDP, aber auch SSW und Die Linke bevorzugen, müssen sie beantworten.
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