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Kommentar Grillo und Farage Schade um die Fünf Sterne

Michael Braun

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Michael Braun

Beppe Grillo brüstet sich, eine starke Rechte in Italien verhindert zu haben. Jetzt scheint er mit Ukip-Chef Nigel Farage auf einer Wellenlänge zu funken.

N igel Farage und Beppe Grillo: Diese beiden hätte man sich bis vor wenigen Tagen kaum als glückliches Paar vorstellen mögen. Der Ukip-Vorsitzende Farage machte seinen Weg, indem er ein Klientel vom harten rechten Rand der britischen Konservativen bediente, ihre Feindschaft gegen Immigranten ebenso wie gegen die EU nach Kräften anstachelte.

Grillo dagegen hatte in den ersten Jahren seine politischen Wirkens auf ganz andere Themen gesetzt, auf Ökologie ebenso wie auf Argumente, die eher links beliebt sind – Grundeinkommen für alle, Kampf gegen Hochgeschwindigkeitsstrecken oder gegen die Aufrüstung der italienischen Luftwaffe.

Und so kam der Kern der „Fünf-Sterne-Bewegung“ – seiner Aktivisten ebenso wie seiner Wählerschaft – ursprünglich vor allem von links: Es sind zu einem Gutteil die gleichen Leute, die in Spanien Podemos, in Griechenland Syriza wählen.

Zugleich aber traf Grillo sich schon damals wenigstens in einem Punkt mit Europas Rechtspopulisten: Mit der Selbstinszenierung seiner Bewegung als das „ganz andere“, mit einem Tea-Party-Sound, der Italiens Politikern versprach, sie erlebten gerade „die letzten Tage von Pompeji“.

Derweil skandierten, angespornt von der Regie, zehntausende Fans aber auch beim Wahlkampf-Abschluss letzten Freitag in Rom „Berlinguer, Berlinguer“ – den Namen des mythischen, 1984 gestorbenen Chefs der KPI.

Schnee von gestern, so scheint es. Demnächst drohen Sprechchöre „Farage, Farage“, auch in Rom. Schade eigentlich: Grillo hat das Verdienst, die italienischen Verhältnisse zum Tanzen gebracht zu haben – und er heftete sich immer die Medaille an die Jacke, eine starke Rechte von Italien ferngehalten zu haben. Jetzt schickt er sich an, den Job des Rechtsauslegers selbst zu übernehmen. Seine Anhänger hätten besseres verdient.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Michael Braun

Michael Braun Auslandskorrespondent Italien

Promovierter Politologe, 1985-1995 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Unis Duisburg und Essen, seit 1996 als Journalist in Rom, seit 2000 taz-Korrespondent, daneben tätig für deutsche Rundfunkanstalten, das italienische Wochenmagazin „Internazionale“ und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Büro Rom der Friedrich-Ebert-Stiftung.
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3 Kommentare

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  • Stefan Schade

    Es sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben, dass die alte Schablone rechts gegen links ihre Schwächen hat. Insofern überrascht die diagnostizierte Annäherung nicht wirklich.

     

    Im übrigen wird mir in dem Beitrag zu wenig klar, woraus sich die Einschätzung "Jetzt scheint er mit UKIP-Chef Nigel Farage auf einer Wellenlänge zu funken." ableitet. Ich lese hier nur etwas von "Tea-Party-Sound", da hätte ich mir etwas mehr Substanz gewünscht.

    • Flujo

      @Stefan Schade:

      Die Aktuation von Grillo zeigt gerade, dass das Gerede von "links und rechts sind keine adäquaten Beschreibungen mehr" zu inhalstleerem Geschwafel führt, womit dann die inhaltliche Leere mit allem gefüllt werden kann. Es macht ja wohl schon Sinn, Rassismus, Sexismus, Nationalismus und Homophobie als das zu bezeichnen, was es ist: rechter Mist. Wer dazu nicht bereit ist, erlebt dann eben Tragikkomödien wie die Bewegung 5 Sterne, die sich mit eindeutig RECHTEN Parteien zum gemütlichen Klönschnack trifft

    • TheObserver

      @Stefan Schade:

      Danke @StefanSchade

       

      Der Artikel wirkt, als ob Herr Braun beauftragt wurde einen Artikel zu schreiben auf den er keinen Bock hatte.

       

      Als er nicht umhin kam den Artikel zu schreiben, füllte er ihn mit krampfig wirkenden Begriffen wie "Tea-Party" u.s.w. an....alles in allem schwach und ohne Inhalt.

       

      Setzen, 6!