Kommentar Flüchtlingspolitik : Weichen falsch gestellt
Der Flüchtlingspolitik-Zug fährt noch immer auf der Strecke, für die Ex-Innensenator Ronald Schill die Weichen gestellt hat.
V or wenigen Jahren waren es die Grünen, die für viele Flüchtlinge als Anlaufstelle unentbehrlich waren. Und es waren auch mal die Grünen, die aufschrien, wenn unter Schwarz-Schill die Ausländerpolitik verschärft worden ist.
So, wenn Flüchtlinge ohne anerkannte Reisedokumente in beliebige afrikanische Staaten abgeschoben wurden. Oder wenn Afghanen durch nächtliche Rollkommandos vor den Augen ihrer Kinder aus der Wohnung geholt und barfuß ohne Gepäck abgeschoben wurden. Oder aber wenn dubiose Delegationen aus Guine in der Ausländerbehörde waren, Anhörungen durchführten, Flüchtlinge gegen Geld zu Landsleuten erklärten und Papiere ausstellten, damit sie abgeschoben werden konnten.
Doch nun muss man erkennen, dass der Zug noch immer auf der Strecke fährt, für die Ex-Innensenator Ronald Schill und sein Zögling Udo Nagel die Weichen gestellt haben. Und dann klingt es leider wie ein Armutszeugnis, wenn die grüne Innenexpertin Antje Möller bei Kritik flapsig die Linkspartei auffordert, dies doch durch einen Bürgerschaftsantrag zu ändern.
Die Grünen sind der Koalitionspartner der CDU. Und dann ist es ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass CDU-Innensenator Christoph Ahlhaus den unmenschlichen und rechtswidrigen Murks seiner Vorgänger Schill und Nagel korrigiert.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert