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Kommentar Anti-Terror-Gesetze Schreiduelle bis Juli

Christian Rath

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Christian Rath

Bis Juni soll eine Kommission die Anti-Terror-Gesetze aus dem Jahr 2001 bewerten. Doch bei der jetzigen Zusammensetzung sind Kompromisse unwahrscheinlich.

W ie soll daraus etwas Sinnvolles werden? Kurz vor Ende der Wahlperiode setzt die Bundesregierung noch eine Kommission zur Evaluierung der Antiterrorgesetze ein, die nach 2001 beschlossen wurden. Jetzt ist Ende Januar, schon im Juli soll das Ergebnis vorliegen – als wäre das eine leichte, übersichtliche Aufgabe.

Eigentlich war die Kommission bereits im August 2011 beschlossen worden. Doch dann wurde der NSU-Terror bekannt. Das verzögerte nicht nur den Arbeitsbeginn des Gremiums, sondern veränderte auch das politische Klima in Deutschland. Auch Linke kritisieren jetzt mangelnde Effizienz der Sicherheitsbehörden und fordern wirksame Früherkennung. Dass die Kommission unter diesen Rahmenbedingungen eine gesetzgeberische Abrüstung fordert, ist kaum zu erwarten.

Und wie sollen so unterschiedlich gepolte Experten wie die konservative Exgeneralbundesanwältin Monika Harms und der erzliberale Burkhard Hirsch auf einen gemeinsamen Nenner kommen? Da wird es eher Schreiduelle geben als einen Kompromiss.

CHRISTIAN RATH

ist rechtspolitischer Korrespondent der taz.

Realistisch ist daher etwas anderes: Die vom Innenministerium benannten Fachleute werden die Einführung der Vorratsdatenspeicherung und andere neue Befugnisse für die Sicherheitsbehörden fordern. Und die Experten des Justizressorts werden die Befugnisse des BKA und des Verfassungsschutzes bei der präventiven Terrorbekämpfung wieder einschränken wollen.

So bekommt jedes Ministerium, was es gerne hören will. Man mag das als Wahlkampfmanöver mit verteilten Rollen sehen oder als Demonstration, dass Schwarz-Gelb einfach nicht zusammenpasst. Für Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die die Kommission letztlich durchgesetzt hat, dürfte es auch um ihr politisches Vermächtnis gehen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Christian Rath

Christian Rath Rechtspolitischer Korrespondent

Geboren 1965, Studium in Berlin und Freiburg, promovierter Jurist, Mitglied der Justizpressekonferenz Karlsruhe seit 1996 (zZt Vorstandsmitglied), Veröffentlichung: „Der Schiedsrichterstaat. Die Macht des Bundesverfassungsgerichts“ (2013).
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1 Kommentar

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  • vic

    Ich rate zum Arztbesuch um den starren Blick nach links korrigieren zu lassen.

    Verfasungschutz auflösen und einsperren,

    NPD verbieten inkl. Nachfolgepartei (Christian Worchs "Die Rechte"), und bei der Überwachung der Bevölkerung auch mal nach rechts schauen.

    Schon klappt das mit der Sicherheit.