Klimaschutz: Demo fürs Klima
Das Atomforum preist die Atomkraft als Beitrag zum Klimaschutz, Umweltschützer demonstrieren dagegen.
Unter dem Motto "Gegen Grünfärberei - für echten Klimaschutz" demonstrierten am Donnerstagnachmittag rund 60 Umweltschützer gegen die deutschen Stromkonzerne. Der Protestzug begann vor der Vattenfall-Zentrale in Mitte und endete in der Nähe des Hotel Maritim, wo gerade die Tagung des Deutschen Atomforums zu Ende ging.
"Vattenfall gehört zu den Konzernen, die neue Kohlekraftwerke planen und damit das Klima ruinieren und gleichzeitig mit der absurden 'Klimaschützer der Woche' ihr Umweltimage aufpolieren wollen", begründete der Berliner Umweltaktivist Wolfgang Bischofs die Wahl des Auftaktortes. In Kundgebungsbeiträgen wurde auch das RWE-Aufsichtsratsmitglied, der frühere SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Clements angegriffen, der seit Wochen gegen erneuerbare Energien und für Atom- und Kohleenergie Stimmung macht.
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac warf Vattenfall in einer Pressemitteilung vor, innerhalb weniger Jahre den Strompreis um rund 30 Prozent erhöht und dadurch hohe Gewinne eingefahren zu haben. Alexis Passadakis vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis forderte eine Enteignung und Zerlegung der vier größten Energiekonzerne RWE, Eon, Vattenfall und EnBW.
Deren Chefs hatten sich am Morgen zur diesjährigen Wintertagung des Atomforums getroffen. Eon-Vorstandsmitglied Walter Hohlefelder begrüßte die versammelte Lobby der Atomindustrie mit den Worten: "Die gute Nachricht zuerst: Global und europäisch ist die Kernenergie im Aufwind. Die schlechte Nachricht ist: In Deutschland ist die Kernenergie nach wie vor blockiert." Wie in den vergangenen Jahren stand auch dieses Mal die Klage über die PolitikerInnen im Mittelpunkt, die sich auch nach dem Ende von Rot-Grün nicht wirklich zur Atomkraftnutzung bekennen.
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