Klimaaktivismus in Lützerath: Proteste gehen weiter
Seit Montag ist das Dorf Lützerath geräumt. Ein breites Aktionsbündnis demonstriert auch am Dienstag dezentral weiter gegen den Energiekonzern RWE.
Foto: Federico Gambarini/dpa
taz/dpa | Die Proteste rund um Lützerath gehen weiter: Mit mindestens sieben Aktionen an verschiedenen Orten führte das Bündnis Lützerath Unräumbar am Dienstag den Kampf gegen den Energiekonzern RWE und die Klimapolitik der nordrhein-westfälischen Landesregierung fort. Zu dem Bündnis gehören neben Gruppen von Ende Gelände und Fridays For Future zwölf weitere Initiativen.
Bereits am Morgen meldete Lützerath Unräumbar, dass rund 40 Aktivist:innen etwa 30 Kilometer südlich von Lützerath in den RWE-Tagebau Inden eingedrungen seien. Dort hielten sie bis zum Nachmittag einen Kohlebagger und Förderbänder besetzt, der Betrieb sei erfolgreich blockiert worden. Ein RWE-Sprecher bestätigte die Besetzung.
Östlich von Lützerath saßen ebenfalls seit den frühen Morgenstunden 120 weitere Aktivist:innen auf den Zufahrtsschienen zum Kohlekraftwerk Neurath. Eine Sprecherin von Ende Gelände sagte: „Sie verhindern, dass Kohle aus Garzweiler hierhin gelangt“ – das ist der Tagebau, für dessen Erweiterung Lützerath abgerissen wird. Am Mittag twitterte Ende Gelände, die Polizei habe mit der Räumung begonnen, die Zufahrt sei jedoch weiter blockiert. Bilder zeigen, wie Polizist:innen geräumte Aktivist:innen in einen Zug bringen, auf dem das RWE-Logo prangt.
Außerdem blockierte eine Aktivist:innengruppe sitzend die nördliche Zufahrt zum Tagebau Garzweiler. Auf der südlichen Zufahrt zur Grube klebten sich Mitglieder der Gruppe Die Letzte Generation fest. Das Aktionsbündnis Lützerath Unräumbar teilte Dienstagnachmittag mit, dass sich an beiden Stellen LKW von RWE stauten. Die Polizei habe die Sitzblockade im Norden eingekesselt.
Proteste auch in Düsseldorf und Berlin
Gleichzeitig protestierten Wissenschaftler:innen von Scientist Rebellion vor der NRW-Landesvertretung in Berlin. Und am NRW-Innenministerium in Düsseldorf demonstrierten rund 15 Menschen, drei Aktivist:innen der Gruppe Extinction Rebellion klebten sich an der Eingangstür des Gebäudes fest.
In Keyenberg nahe Lützerath fand bereits um 10 Uhr eine angemeldete Demonstration mit mehreren Hundert Teilnehmenden statt. Nach Angaben von Lützerath Unräumbar brachen rund 400 Menschen in Richtung Lützerath aus dem Demozug aus. Die Polizei habe die meisten Aktivist:innen auf Pferden, teils gewaltsam und unter Einsatz von Pfefferspray zurückgedrängt, meldete das Aktionsbündnis am Nachmittag – eine kleine Gruppe sei in den Tagebau Garzweiler gelangt und dort von Polizist:innen eingekesselt worden.
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