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Klage gegen das FinanzministeriumMit wem traf sich Olaf Scholz?

Ob Wirecard oder Cum Ex: Der Finanzminister mischte mit. Verbraucherschützer wollen wissen, mit welchen Lobbyisten und Chefs sich Scholz traf.

dpa | Verbraucherschützer wollen das Finanzministerium zwingen, dienstliche Kontakte von Minister Olaf Scholz (SPD) zu Lobbyverbänden und Finanzwirtschaft offenzulegen. Die Organisation Finanzwende hat deshalb beim Berliner Verwaltungsgericht eine Klage gegen das Ministerium eingereicht, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Bei den Terminen des Ministers handele es sich um amtliche Informationen, auf die die Organisation nach dem Informationsfreiheitsgesetz Anspruch habe, begründet Finanzwende die Klage.

„Es geht an dieser Stelle um ein Mindestmaß an Transparenz“, sagte Finanzwende-Referent Marcus Wolf der dpa. „Sei es Wirecard oder CumEx – in der Finanzpolitik gab es oft schädlichen Einfluss durch die Finanzlobby.“

Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, zu erfahren, mit wem sich der Finanzminister treffe. „Warum das Ministerium hier mauert, ist unerklärlich“, betonte Wolf. Die Behauptung, die Veröffentlichung von Terminen könne Regierungshandeln behindern, sei „schlicht ungeheuerlich“.

Finanzwende will unter anderem wissen, wann und auf welche Art Scholz mit Fachverbänden aus der Banken- und Versicherungsbranche sprach und welche Kontakte er zu Aktionärsvertretern sowie Unternehmen wie Allianz, Blackrock, der Deutschen Bank und auch Wirecard hatte.

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4 Kommentare

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  • Diese Termine und Kontakte werden wir nie erfahren, genauso wenig wie die Kontakte der abgewählten Bundesregierung zu Vertretern der Agrarlobby, der Autolobby, der Kohlelobby, etc.

    Der Versuch der Einflußnahme auf Politiker ist enorm, läuft in "Hintergrundgesprächen", bei "parlamentarischen Abenden" und sonstigen Info-Veranstaltungen und ist zunächst mal völlig verständlich. Schlimm wird's, wenn daraus Kungelei entsteht.

    • @Felis:

      Manches will man besser nicht wissen - wenn wir über Lobbyismus sprechen, meinen wir vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Unter der Oberfläche beginnt der Bananenstaat.

  • „Kungelkanzler“ - passt in den Lobby-getriebenen Politikbetrieb.

  • Scholz geht mit einem Makel ins Amt, so er denn gewählt wird. Was im Moment wohl nur wenig bezweifelt wird.