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Kinkel verkauft Menschenrechte

■ betr.: "Kinkel für –stille Diplomatie'", taz vom 3.11.92, und "Kinkel, der Normalisierer", taz vom 4.11.92

betr.: „Kinkel für ,stille Diplomatie‘“, taz vom 3.11.92, und „Kinkel, der Normalisierer“,

taz vom 4.11.92

Es hat den Anschein, daß der Bundesaußenminister Kinkel sich auf ein höchst unmoralisches Geschäft eingelassen hat: Die Volksrepublik China befürwortet einen permanenten Sitz Deutschlands im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dafür erhält China Deutschlands Abstinenz in Menschenrechtsfragen. Ich bin empört. Michael Alexander, Langenfeld

Die Bekundung von Außenminister Klaus Kinkel, sogenannte normale Beziehungen zu China aufbauen zu wollen, ist für die Junge Union Deutschlands angesichts der andauernden, schweren Menschenrechtsverletzungen ein völlig falsches Signal! Es gilt, die nach dem schlimmen Massaker am Platz des himmlischen Friedens in Peking im Juni 1989 verhängten Einschränkungen im Handel aufrechtzuerhalten! Eine Normalisierung der Beziehungen zu China kann es nur bei echter Demokratisierung geben, von der China noch weit entfernt ist.

Wenn Herr Kinkel dem chinesischen Außenminister Qichen eine Normalisierung der Beziehungen zusagt, bleibt die Junge Union dabei, was sie angesichts des Quichen-Besuchs in Deutschland Anfang März auf ihr Demo-Transparent schrieb: „Li Pengs Mörderbande muß weg!“ Holger Doetsch, Sprecher des Bundesverbandes der Jungen Union Deutschlands, Bonn

Es ist Außenminister Kinkels gutes Recht, sich nicht dafür zu schämen, deutsche Interessen zu vertreten. Aber ich schäme mich dafür, daß wir einen Außenminister haben, der diese – wirtschaftlichen – Interessen über Menschenrechte und Menschenwürde stellt. Jan Saffe, Bremen

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