: Kinderteller mit Eicheln
Japans hungrige Bären dringen in Schulen ein
„Endlich wieder eine Bärenmeldung“, hallte es durch die heiligen Hallen der Wahrheit, da die Wildhüter von AFP gestern Unerhörtes aus dem Land der bärig aufgehenden Sonne zu berichten hatten: „Schulschließungen in japanischer Stadt wegen streunenden Bären.“ Über hundert staatliche Bildungsstätten mussten in der Stadt Utsunomiya nördlich von Tokio wegen randalierender Petze im Stadtgebiet verriegelt und verrammelt bleiben. Zuvor waren „mehr als zehn Bärenmeldungen“ bei den Behörden eingegangen, darunter Sichtungen in „einem Einkaufszentrum, vor einer Grundschule und nahe einer Mittelschule“. Nippons wachsende Bärenpopulation zieht es nicht nur aus schierer Langeweile aus der entvölkerten Provinz in die spannenden und dicht besiedelten Metropolen. „Im vergangenen Jahr hatte es in Japans Wäldern zudem wenige Eicheln gegeben, sodass die Bären sich anderswo auf Nahrungssuche machten“ – und dann offenbar schnurstracks in die Schule gingen. Womöglich ist die zweifellos gesunde japanische Schulspeisung derart nach dem Geschmack der verfressenen Tiere, dass die Schwarz-, Kragen- und Braunbären des Landes jetzt nur noch von honigsüßen Kindertellern mit leckeren Eichel-Gyozas naschen möchten.
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