: Keine Ahnung
Der Bremer Verfassungschef hat recht: Man kann nicht hinter jeden Jungmann einen Spitzel stellen, nur weil der kurze Haare hat. Im ersten Erschrecken nach den Anschlägen gegen Fremde war der altbekannte Ruf nach mehr Verfassungsschutz schnell da. Doch die Vorstellungen, man könnte die Gewaltausbrüche aus dem Bauch der Gesellschaft durch die Schlapphüte wegbekommen, diese Vorstellungen entpuppen sich schon beim ersten etwas genaueren Hinsehen als Trugschluß. Wir haben es zum allergrößten Teil mit gewaltbereiten Jugendlichen zu tun, die vorher kaum aufgefallen sind.
Ehrliche Verfassungsschützer geben unumwunden zu, daß sie die meisten Anschläge nun ganz und gar nicht verhindern konnten. Das Bremer Amt hatte die Penny-Crew überhaupt nicht auf dem Zettel, als die Brandsätze in der Schwachhauser Heerstraße flogen. Wenn jetzt die CDU nach mehr Bespitzelung ruft, was sie ja fast schon reflexhaft tut,dann kann sie diese Gewalttäter nicht meinen. Und wenn sie in ihren Law- and Order-Phantasien Skins und Neonazis und REPs und DVU und wennochalles in einem Topf verrührt, dann beweist sie nur eines: Daß sie von dem Thema aber auch überhaupt keine Ahnung hat. Jochen Grabler
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen