: Kein Raum für Wichtiges
■ Medizinalfachschule droht Schließung
Friedrichshain. Für die 400 Auszubildenden der Schule für Medizinalfachberufe am Krankenhaus Friedrichshain steht die Fortsetzung ihrer Ausbildung auf dem Spiel. Wenn die Schule bis zum Jahresende keine neuen Räume hat, muß sie schließen, obwohl sich selbst Gesundheitssenator Peter Luther (CDU) mehrfach für den Erhalt der Schule aussprach.
Seit 1949 bildet die Schule in den Gebäuden am Engeldamm und an der Fischerstraße Medizinisch-Technische Assistenten (MTA) sowie Krankenpfleger aus. Sie ist die erste Schule in Berlin, die die EG-Richtlinien erfüllt. Diese erfordern eine dreijährige Ausbildung, die die Verbindung von Theorie und Praxis gewährleistet.
Die Räume der Schule gehören seit der Wende den Bezirken Mitte und Lichtenberg, die beide zum Jahresende Eigenbedarf anmeldeten. Die Schule sollte in die ehemalige Poliklinik das Krankenhauses ziehen. Dort befinden sich zur Zeit 40 niedergelassene Arztpraxen, die wiederum in zwei Häuser in der Mathiasstraße umziehen wollen. Für die leerstehenden Häuser brachte das Bezirksamt bisher keinen Mietvertrag zustande.
„Wir hoffen, daß wir so lange in den gemieteten Objekten bleiben können, bis die Ärzte umziehen“, sagt der Verwaltungsleiter des Krankenhauses, Harry Düngel. Doch auch das ist keine Dauerlösung. Die Langzeitplanung des Krankenhauses will zwar die Schule. „Das ist schließlich die Zukunft unserer Personalrekrutierung.“ Sie will aber am Standort der Poliklinik ein neues Krankenhausgebäude bauen.
Um die Ausbildungsplätze in jedem Fall zu sichern, wurden Vorgespräche mit dem Klinikum Buch und dem Lette-Verein geführt. Die würden alle Auszubildenden, nicht aber alle Lehrkräfte übernehmen. Das bedeutet nicht nur längere Wege, höhere Kosten und pädagogische Verschlechterungen für die Schüler. Für acht bis neun Lehrkräfte bleibt möglicherweise nur die Kündigung.
Die Schüler vermuten hinter diesen Plänen den Versuch, die Schule durch die Hintertür abzuwickeln. Schon jetzt mache die Klasse, die im April die Pflegeausbildung begonnen hat, die Theorie in Buch. Man könne ja auch nicht die SchülerInnen und LehrerInnen nach einem Jahr wieder zurückholen, so Schülervertreter Gernot Reifenberger. cor
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