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Kampf mit G36 der Bundeswehr?

Kurdische Peschmerga setzen womöglich deutsche Waffen gegen Kämpfer der Zentralregierung ein

Von Tobias Schulze

Ein Frontbericht im Programm des kurdischen Fernsehsenders Rudaw: Im Vordergrund spricht der Reporter über den Vorstoß irakischer Sicherheitskräfte nördlich von Kirkuk. Im Hintergrund hocken Peschmerga-Kämpfer an einem Verteidigungshügel. Von links tritt nach fünf Sekunden ein weiterer Kämpfer ins Bild. In seiner Hand: ein G36, leicht zu erkennen am Griff über dem Lauf. Eine Waffe aus Beständen der Bundeswehr?

Das Nachrichtenvideo entstand am Freitag im Gebiet um die Stadt Altin Köprü. Die irakische Armee, Polizeieinheiten und schiitische Milizen hatten am Morgen einen Angriff auf die Region gestartet, die bis dahin von den kurdischen Streitkräften kontrolliert worden war. Stundenlang lieferten sich beide Seiten Gefechte.

Die Peschmerga setzten womöglich zum ersten Mal ihre deutschen Waffen gegen Einheiten der Zentralregierung ein. Für den Kampf gegen den IS hatte die Bundeswehr den kurdischen Streitkräften seit 2014 Militärmaterial geliefert, darunter Tausende G36-Gewehre und Hunderte Panzerabwehrwaffen Milan. Waffen beiden Typs tauchen in Berichten vom Freitag auf.

Der Einsatz deutscher Waffen wäre ein Verstoß gegen die Vereinbarung mit der Bundesregierung: Die gelieferten Waffen sollten die Peschmerga ausschließlich gegen den IS einsetzen. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, zu den neuen Berichten gebe es „keine eigenen Erkenntnisse“. Dafür teilte die Bundeswehr am Sonntag mit, die Ausbildung der Peschmerga im Nordirak wieder aufgenommen zu haben. Sie war eine Woche zuvor wegen des innerirakischen Konflikts zunächst unterbrochen worden.

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