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KOMMENTARMehr Ausschüsse!

■ „St.-Jürgen-Schwarzgeld-Klinik“ wird immer spannender

Die beliebten Fernseh-Serien wie Dallas, Denver oder Schwarzwaldklinik bestechen durch schlichte menschliche Verhältnisse, mit denen wir Zuschauer uns identifizieren können. Ganz anders bei dem realen Stück „St.-Jürgen –Schwarzgeld-Klinik“: Hier sind einzelne der Haupt-Figuren inzwischen für sich genommen schon unübersehbar kompliziert geworden. Wie der Ex-Einkaufsleiter unter Galla, Willi Möhle, gestern den Tag über bald zehn Stunden standhaft bei seiner Unschuld-Miene bleiben konnte, während ein Zeuge nach dem anderen in mehreren Fällen just das Gegenteil aussagte, das war für die Beobachter dieses Vernehmungs-Schauspiels unbegreiflich.

Eine kleine Denksportaufgabe harrt zudem seit gestern der Auflösung: Wie kann in einem Lager eine Sendung mit zwei Paletten Putzmitteln ausweislich der Lieferschein eingehen und bezahlt werden – obwohl der Lieferant behauptet, das Produkt existiere gar nicht? Diese Lieferung haben drei Lagerarbeiter abtransportiert, auf Anweisung und im Beisein des Willi Möhle – der den ganzen Vorgang für „nahezu ausgeschlossen“ hält, weil er sich ja sonst daran erinnern müßte. Aber verschwunden ist ja nur, was gar nicht existierte. Gebt mehr Untersuchungsausschüsse!

Klaus Wolschner