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K O M M E N T A R Ohne Etikett

■ Am Ende des DDR-Sozialismus schweigt auch „die Linke“

Tausendmal habe ich mich darüber geärgert, wie die DDR -ergebenen Kommunisten in schönster Naivität für den Frieden, den Fortschritt, die gewerkschaftlichen Rechte und die Bafög-Erhöhung stritten und dabei unter der Hand für ihren „realen Sozialismus“ werben wollten. Wie sie dreist abstritten, daß sie finanziell von der DDR völlig abhängig waren und auch deshalb das offensichtlich diktatorische Regime „drüben“ als schöne, neue Welt verkaufen mußten. Nicht einmal der Offenbarungseid, der jetzt gestottert wird, ist Erkenntnis aus eigener Kraft - es ist die Pleite, die da über die Grenze geschwappt ist.

Die Mehrheit der Bremer DKP-GenossInnen ist beschämt genug, nicht neue Weltverbesserung unter neuem Etikett verkaufen zu wollen. Aber warum schweigt die Linke, die eigentlich nicht überrascht sein konnte über das, was da an realsozialistischer Realität offenbart wird? Warum gibt es nicht wenigstens fünf kluge Sätze darüber, auf welche Ökonomie ein „menschlicher“ Sozialismus bauen könnte? Dieser Offenbarungseid macht alle schweigsam, die behauptet haben, es gebe eine Alternative zum Kapitalismus. Auch wenn die Details alle bekannt waren - so schlimm habe ich mir die Bilanz nicht vorgestellt. Klaus Wolschne

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