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Jugendliche sanieren Denkmal

Rettung Die Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege wird eine Bildungs- und Begegnungsstätte

Die denkmalgeschützte Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege ist gerettet. Im Herbst kann die Sanierung beginnen. Nach drei Jahren Bauzeit soll dort ein Ort für außerschulisches Lernen entstehen.

Die Sanierung der um 1900 erbauten Villa wird der neue Trägerverein „Werte erleben“ selbst vornehmen. Dabei soll das Gebäude selbst zum Unterrichtsobjekt werden: Unter professioneller Anleitung planen StudentInnen der Hafencity-Universität die Restaurierungsarbeiten. SchülerInnen der Stadtteilschule Niendorf, der vier Hamburger Bau-Gewerbeschulen und der Produktionsschule Eimsbüttel führen die Sanierung gemeinsam mit Handwerksbetrieben aus. So können sie erste praktische Erfahrungen sammeln und sich gleichzeitig für Praktika oder Ausbildungsplätze qualifizieren. Der Sprecher des Trägervereins, Andreas Reichel, sagt, dabei sollten insbesondere jugendliche MigrantInnen integriert werden.

Ende 2020 soll die Sanierung abgeschlossen sein und das ehemalige Ferienhaus ein Ort für außerschulische Bildung werden. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen dann zu Themen wie Regionalgeschichte und Ernährung lernen – und das nicht von Lehrern, sondern von Fachleuten, wie Reichel sagt. Auf dem Gelände soll beispielsweise Gemüse wachsen, Köche dann die Verarbeitung der Lebensmittel unterrichten.

Die Villa Mutzenbecher ist ein typisches Beispiel für die Landhausarchitektur der Gründerzeit. In den 1950er-Jahren ist sie in den Besitz der Stadt übergegangen. Das Haus war über Jahrzehnte aber nur teilweise bewohnt. Kurz vor dem drohenden Abriss suchte die Stadt 2012 einen neuen Nutzer. Die Idee von „Werte erleben“ überzeugte.

Dass das Gebäude nun auch endlich saniert werden kann, ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen. Laut Kulturbehörde lag erst zum Vertragsabschluss im vergangenen Dezember ein tragfähiges Konzept zur langfristigen Nutzung der Villa vor. Vom Verein heißt es, die Gespräche seien erst mit dem rot-grünen Senat vorangegangen.

„Werte erleben“ übernimmt das Gebäude jetzt mietfrei für 30 Jahre und kommt dafür für die Restaurierung auf. Die Baukosten von rund 1,3 bis 1,7 Millionen Euro kommen aus Spenden, Stiftungsmitteln und 200.000 Euro Zuschuss vom Denkmalschutzamt. Nutzerverträge etwa mit Schulen und dem Forum Kollau e. V. sollen den Erhalt des Bildungs- und Begegnungszentrums nach der Sanierung sichern. Marthe Ruddat

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