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das portraitJesus Christus Retter der Welt und teures Versteigerungsobjekt

Jesus Christus überholt die Frauen von Algier: Für den Rekordpreis von 450.312.500 Dollar (umgerechnet 381,6 Millionen Euro) ist das Porträt „Salvator Mundi“ (Retter der Welt) von Leonardo da Vinci versteigert worden, wie das Auktionshaus Christie’s bekannt gab. Knappe 19 Minuten dauerte der Bieterstreit um das Kunstwerk, dann nannte ein unbekannter Käufer per Telefon diese Summe. Damit hat nun da Vinci Pablo Picasso mit seinem Werk „Les femmes d’Alger“ überholt, das bisher das am teuersten verkaufte Kunstwerk war.

„Salvator Mundi“ gilt als eines der wenigen Gemälde, die wirklich aus dem Pinsel da Vincis (1452–1519) stammen. Insgesamt gehören dazu kaum 20 Werke, darunter die berühmte „Mona Lisa“.

Der lange als verschollen gegoltene Jesus befindet sich in keinem guten Zustand: Mitte der 2000er tauchte er wieder auf. Das Bild wurde restauriert und wanderte in den Besitz des russischen Milliardärs Dmitri Rybolowlew, bevor es nun erneut verkauft wurde.

„Salvator Mundi“ ist damit das letzte bekannte Werk da Vincis, das sich noch im Privatbesitz befindet. Kunstkenner*innen hatten im Vorfeld die Versteigerung des Bilds bei Christie’s kritisiert. Ein circa 500 Jahre altes Gemälde im Rahmen einer auf zeitgenössische Kunst spezialisierten Auktion zu verkaufen, sei Preistreiberei.

Was der Salvator Mundi Jesus Christus wohl dazu sagen würde, als Versteigerungsobjekt an den Meistbietenden über den Tisch zu gehen? Laut Jesus ist das Heil nicht käuflich; er selbst verprügelte die Händler, die sich in der Vorhalle des Tempels breitgemacht hatten, um den frommen Juden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das sei Götzendienst am Mammon und damit Verrat am Allmächtigen.

Sein Schöpfer allerdings, in diesem Fall Leonardo da Vinci, stellte die Kunst in den Dienst der Wissenschaft. Die Augen seien das untrüglichste Sinnesorgan und damit das sicherstes Instrument der Erkenntnis.

Was sehen wir nun? Einen entrückt wie durchdringend blickenden Jesus, der die Be­trach­ter*in mit der rechten Hand segnet. In der linken Hand hält er eine durchsichtige Kugel, Symbol einer gläsernen und durchschaubaren Welt.

Die zarte Kugel steht aber auch für den Hauch des Lebens, für die Vergänglichkeit: „Memento mori! Bedenke, dass du sterblich bist!“, scheint Jesus zu sagen. Doch der Name des Bilds fügt umgehend hinzu: „Salvator mundi sum, ich bin der Erlöser der Welt, ich habe sie überwunden.“

Sein Gewand ist blau wie das alles umspannende Himmelszelt. Von der Farbe Blau schreibt da Vinci in seinem „Buch von der Malerei“, sie sei eine immaterielle Farbe, übersinnlich geradezu.

Dementsprechend übersinnlich-unvorstellbar ist auch die Summe, die für den „Salvator Mundi“ bezahlt wurde. Daphne Weber

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