: Jahresrückblick Literatur von: Dirk Knipphals
Dirk Knipphals Leiter der Kulturredaktion
Anja Kampmann: „Die Wut ist ein heller Stern“ (Hanser). St. Pauli in den 30ern, verrufen, proletarisch, glitzernd. Dann ziehen die Nazis ein. Gesellschaftskontrolle und Frauenkörper, ein überaus gegenwärtiger historischerRoman.
Philipp Staab: „Systemkrise“ (Suhrkamp). Update des Krisennarrativs nach dem gescheiterten grünen Kapitalismus (Habeck u. a.). Was passiert in einer Gesellschaft, die nicht mehr an eine bessere Zukunft glaubt?
Steffen Martus: „Erzählte Welt“ (Rowohlt Berlin). Tolles Geschenk an alle, die die Literatur von 1989 bis heute begleitet haben oder sich einlesen wollen. Das waren die Jahre, ihre Romane und Debatten! Es war viel los.
Thorsten Nagelschmidt: „Nur für Mitglieder“ (März). So wie der Ich-Erzähler habe ich mir kürzlich auch die „Sopranos“ noch einmal vollständig angesehen, allerdings nicht wie er an Weihnachten. Lohnt sich, die Serie und dieses Buch.
Thomas Mann: „Deutsche Hörer“ (S. Fischer); Tilmann Lahme: „Thomas Mann“ (dtv). Der Zauberer als Antifaschist und schwuler Mann. Seitdem die Künstler-Bürger-Differenz nicht mehr sooo zentral ist, kann man ihn komplex sehen.
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