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Jahresrückblick Film von: Arabella Wintermayr

Arabella Wintermayr taz-Autorin

„Queer“. Luca Guadagnino wagt den Blick ins Dunkel des Begehrens und schafft einen visuellen Rausch aus Sehnsucht und Selbstzerstörung. Daniel Craig verkörpert das Verlangen so präzise, dass der Schmerz fast leuchtet.

„Grand Theft Hamlet“. Shakespeare trifft auf „GTA“, radikale Spielfreude auf Online-Anarchie. Ein Scheitern-und-Weitermachen zwischen Lockdown und Kunsthunger. Die vielleicht überraschendste Tragikomödie des Jahres.

„The Narrow Road to the Deep North“. Justin Kurzel erzählt Krieg ohne Ausflucht, über Zeiten und Körper hinweg. Kein Spektakel, sondern ein Drama darüber, was in diesem einen Leben möglich wäre – und die Tragik, es zu vergeuden.

Mediathek statt DVD. In Zeiten der digitalen Regale sei der Verweis auf frei verfügbare deutsche Serien erlaubt, die mehr Aufmerksamkeit verdienen: „Chabos“, „Naked“, „Schwarze Früchte“, „Tschappel“, „Uncivilized“.

„Der Kaiser der Freude“. Und nochmal Ehrfurcht vor Endlichkeit: „Weiche, einfache Menschen, die nur einmal leben“, heißt es in Ocean Vuongs zartem Roman über Arbeiter und Abgehängte. Ein Working-class-Epos, wie’s im Kino fehlt.

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