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Jagd auf Ausländer

Hetze und Misstrauen gegen Immigranten nach Putschversuch in der Elfenbeinküste. Polizei untätig

BERLIN/ABIDJAN taz/afp ■ Nach dem Putschversuch in der Elfenbeinküste in der Nacht zum Montag, für den die Regierung ungenannte Nachbarländer mitverantwortlich gemacht hat, verhärtet sich das politische Klima. Die Zeitung Notre Voie, Organ der Regierungspartei FPI (Ivoirische Volksfront), rief gestern unter dem Titel „Keine Toleranz für Terroristen“ zu Massenverhaftungen von „Unruhestiftern“ auf. Die Zeitung Inter machte Burkina Faso, Niger und Liberia für den Putschversuch verantwortlich. Aus der Hauptstadt Abidjan wurden Hetzjagden gegen Ausländer gemeldet.

So sollen Studenten im Stadtteil Cocody Einwanderer aus Burkina Faso bedroht und vertrieben haben. „Junge Studenten sind mit Knüppeln gekommen; sie sagten, sie wollen keine Ausländer mehr, und drohten, unsere Hütten anzuzünden, wenn wir nicht gehen“, sagte ein Burkinabe der Nachrichtenagentur AFP.

Nach einem Bericht der Zeitung Douze wurde auf einer Studentenversammlung beschlossen, auf dem Universitätsgelände von Cocody keine ausländischen Händler mehr zuzulassen. Im Geschäftszentrum Abidjans wurden nach Berichten der nigerianischen Tageszeitung Guardian Händler aus Nigeria, Ghana, Guinea, Senegal und Burkina Faso angegriffen. Die Polizei sei erst nach Ende der Plünderungen aufgetaucht.

Innenminister Boga Doudou rief zur Ruhe auf. „Das ist nicht die richtige Methode, das schadet dem Image der Elfenbeinküste“, sagte er. „Es ist nicht bewiesen, dass Ausländer den Putschversuch verübten.“ D.J.

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