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Inkompetenz bei ÖkosiegelnKontrollstelle gibt große Mängel zu

Das für 12 Länder zuständige Büro in der Türkei wisse zu wenig über die Ökoregeln, kritisierten die USA. Fehler wurden bereits im Juni 2017 moniert.

Aus Berlin

Jost Maurin

Eine der weltweit größten Biokontrollstellen, Control Union Certifications (CUC), hat eingeräumt, dass Mitarbeiter einer für gleich 12 Staaten zuständigen Niederlassung inkompetent sind. In einer internen Untersuchung habe CUC festgestellt, „dass ihrem Türkei-Büro das Fachwissen fehlt, um den Zertifizierungsprozess für die Bioproduktion zu steuern“, schrieb die Kontrollstelle am 10. Mai in einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite. Deshalb würden in den betroffenen Ländern das Ökosiegel nun andere CUC-Büros oder Kontrollstellen vergeben, die mit CUC zusammenarbeiten.

Damit reagierte sie darauf, dass das US-Landwirtschaftsministerium in einem Schreiben vom Tag davor der türkischen CUC-Niederlassung verboten hatte, das amerikanische Biosiegel zu vergeben. Zudem hatte die EU-Kommission CUC im März wegen Unregelmäßigkeiten der gesamten Kontrollstelle die Lizenz für Importe aus Kasachstan, Moldau, Russland, Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten entzogen. Bislang war bei CUC das türkische Büro für diese Staaten sowie Griechenland, die Ukraine, Äthiopien, Kirgistan, Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan zuständig.

Das US-Ministerium begründet seine Sanktion unter anderem mit dem Ergebnis eines Kontrollbesuchs der Behörde bei CUC im Oktober und November. Dieser Termin habe eine „andauernde Unkenntnis“ der US-Bioregeln offenbart. Das habe auch eine Untersuchung von Betrieben gezeigt, die das türkische Büro der Kontrollstelle zertifiziert hatte. Solche Fehler hatte das Ministerium nach eigenen Angaben bereits im Juli 2017 moniert. Nun darf sie zunächst bis Juni 2020 nicht mehr das US-Biosiegel vergeben. Erst für die Zeit danach kann das Büro eine neue Akkreditierung beantragen.

Biobauern müssen unter anderem auf chemisch-synthetische Pestizide verzichten, was Natur und Gesundheit schont. Ob die Landwirte sich an diese gesetzlich vorgeschriebenen Bioregeln halten, kontrollieren private Kontrollstellen. Sie müssen dafür Lizenzen von Behörden wie der EU-Kommission oder dem US-Landwirtschaftsministerium haben. Gerade bei Importen ist umstritten, ob dieses System ausreichend funktioniert.

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2 Kommentare

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  • 9G
    97088 (Profil gelöscht)

    Danke für den Input - und wieso sollte mich das jetzt erstaunen? Tut‘s nicht. In Ländern ohne grundlegendes Selbstverständnis für Complianceregeln nach Kontrolle zu fragen ist ohnehin sinnlos.



    Andererseits zeigt es doch auf, welche Marktnacht „Bio“ schon erreicht hat. Betrug und Korruption sind ja auch Marktindikatoren.

  • Sonntagssegler

    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das ein Versehen ist.