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■ SurfbrettIn eigener Sache: Wam Kat zieht um

Sechs Wochen lang hatte Wam Kat Gastrecht auf dieser Seite, die sonst dem Internet gewidmet ist. Sein Tagebuch aus Tirana ist lesenswerter als so vieles, was im Internet über den Kosovo-Krieg veröffentlicht wurde und noch wird. Auch diese beinahe täglich per E-Mail verschickten Texte sind ein Teil des Internets. In voller Länge und im englischen Original sind sie zu finden auf der Website unter www.ddh.nl/org/balkansunflower/, die umfassend und ständig aktualisiert über das Projekt berichtet, das Wam Kat nach Albanien geführt hat. Er ist kein Reiseschriftsteller oder gar Kriegsreporter. Er organisiert praktische Hilfe für die Flüchtlinge, auch heute noch, da sie nach Hause aufbrechen. Die Freiwilligen seiner Aktion „Balkan Sunflowers“ sind inzwischen in den Lagern ein Begriff, sie spielen mit den Kindern und bringen, so scheint es, ein bißchen Lebendigkeit in das Elend der Vertreibung. Nüchtern und ohne jede Eitelkeit schreibt Wam Kat auch darüber. Ebenso kühl und präzise aber beschreibt er die Ausnahmesituation eines ganzen Landes, die auf eine groteske, tragikomische Art normal zu werden droht. Nur mit dem Internet hat sie nichts zu tun. Deshalb geht Wam Kats Gastspiel hier zu Ende, die Internet-Kolumne gehört wieder Thomas Pampuch, dem Weltreisenden mit Laptop. Die Balkankriege allerdings sind noch nicht vorbei, Wam Kats unbestechlicher Blick wird weiterhin gebraucht, online ohnehin, und zum Glück hat sich die Kulturredaktion entschlossen, ihre Seiten seinem Tagebuch zu öffnen. Nächsten Mittwoch wird die nächste Folge unter dem neuen Dach erscheinen.

niklaus@taz.de

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