In Zukunft in Russland: Iran lässt anreichern
Der Iran ist grundsätzlich dazu bereit, seine Uran-Anreicherung in Zukunft in Russland stattfinden zu lassen. Französische Ingenieure würden dann Brennstäbe für den Iran herstellen.
WASHINGTON afp | Nach den Atomgesprächen in Genf vom Donnerstag hat sich der Iran nach US-Angaben grundsätzlich zur Anreicherung seiner Uran-Vorräte in Russland bereit erklärt. Dort solle das Uran für einen iranischen Forschungsreaktor aufbereitet werden, sagte ein US-Vertreter, der anonym bleiben wollte, vor Journalisten in Genf. Einem vorläufigen Plan zufolge soll der Iran einen Großteil seines mit 3,5 Prozent niedrig angereicherten Urans nach Russland schicken, wo es auf 19,75 Prozent angereichert wird. Das liege weit unter dem für eine Atomwaffenproduktion erforderlichen Anreicherungsgrad. Französische Ingenieure würden mit dem Material Brennstäbe für den iranischen Reaktor herstellen.
Der Vorteil des Plans, sollte er umgesetzt werden, sei, "dass der iranische Vorrat an niedrig angereichertem Uran deutlich verringert wird, der allein schon eine Quelle der Besorgnis im Nahen Osten und anderswo ist", sagte der US-Vertreter. Der Iran habe sich vor einigen Monaten an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gerichtet, weil der Anfang der 1990er Jahre von Argentinien gelieferte Brennstoff für den Teheraner Reaktor zur Neige gehe. Die IAEA habe daraufhin einen US-russischen Vorschlag unterbreitet, wonach Teheran seine eigenen Vorräte an niedrig angereichertem Uran als Grundlage für seinen Brennstoff nehmen könne.
IAEA-Chef Mohamed El Baradei soll am Wochenende nach Teheran reisen, um Details des vorläufigen Plans auszuarbeiten. Die Atomgespräche zwischen der Sechsergruppe aus den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland mit dem Iran sollen am 18. Oktober in Wien fortgesetzt werden. Daran sollen auch Experten der Internationalen Atomenergiebehörde teilnehmen. Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Teheran weist dies immer wieder zurück.
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