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Im HospizJetzt schon?

Nach dem Umzug ins Wenckebachkrankenhaus fragt sich unser Autor, was er noch machen möchte. Freunde noch einmal sehen oder Texte schreiben zum Beispiel.

E s fällt mir schwer, mich zu erinnern, gerade das Kurzzeitgedächtnis wird immer schlechter. Also was in der richtigen Ordnung in den letzten paar Wochen nach dem Krankenhaus Friedrichshain geschehen ist. In der einen Woche war ich noch zweimal in der taz-Kantine zum Essen gewesen, sogar mit dem Fahrrad; dann wieder so erschöpft, daß ich mich immer an Möbeln aufstützen musste, wenn ich aus dem Bett aufstand, um beim Ins-Badezimmer-Gehen nicht zu stürzen. Die nächste Woche war meine große Schwester für fünf Tage aus Lübeck gekommen und beim Gespräch mit dem Palliativarzt dabei.

Wir sprachen über Hospize.

Er fragte nach Dingen, die ich gerne noch machen wollte. Ich dachte an Freunde, die ich noch einmal sehen wollte, an kleine Texte, die ich gern noch schreiben wollte.

Karin fragte, wie denn meine Aussichten wären. Der Arzt sagte, es wäre unwahrscheinlich, dass ich dieses Weihnachten noch erleben würde. Dann hatte mich mein Palliativteam gleich bei vier Hospizen auf einmal angemeldet.

Diese Woche hatte ich mich noch schwächer gefühlt. Die Ärztin kam und sagte, es wäre in einem Hospiz ein Platz frei. Ich wusste nicht so recht. Jetzt schon? Die Ärztin telefonierte mit meiner Schwester in Lübeck; ich sprach mit ihr. Der freie Platz war dann weg, dafür gab es einen anderen. Ob ich in zwei Tagen einchecken könne. Am nächsten Tag war Karin wieder da und gestern Vormittag fuhren wir zum Hospiz im Wenckebachkrankenhaus. Vor anderthalb Jahren hatte ich dort eine Schmerztherapie dann doch nicht angefangen, weil ich dachte, es wäre zu weit weg und würde nichts bringen. In Wirklichkeit ist es aber gar nicht so weit weg. Einen ehrenamtlichen Schachspieler gibt es auch.

Später saß ich mit Karin im schönen Garten auf einer rustikalen Sitzschaukel. Wir redeten und schauten Robi bei seinen Fahrten zu.

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