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Sind Sie glücklich?„Ich werde wieder besser träumen“

■ 11 Uhr, Wittenbergplatz. Ouro Djeri Kondo träumt davon, bald wieder nach Togo zurückkehren zu können. Hier fühlt er sich fremd und unglücklich

„Sind Sie glücklich?“ will die taz wissen und hört sich täglich um 11 Uhr abwechselnd auf dem Alexanderplatz und dem Wittenbergplatz um.

Der 33jährige Autoelektriker Ouro Djeri Kondo: Ich bin nicht sehr glücklich. Ich bin nicht in meinem Land, deshalb kann ich nicht glücklich sein. Ich komme aus Togo und bin jetzt seit fast zwei Jahren hier. Meine Freunde vermisse ich und auch meinen Vater und meine Mutter. Ich bin Asylant hier, wegen der politischen Situation im meinem Land. Ich würde so gern zurückgehen, wenn dort alles okay ist. Wenn du mein Gesicht siehst, dann siehst du, daß ich nicht glücklich bin.

Deutschland ist gut, aber die Leute sind unfreundlich hier. Ich komme hierher, weil Berlin eine große Stadt ist. Aber abends fahre ich immer nach Potsdam zurück. Manchmal bin ich glücklich, wenn ich Leute sehe oder wenn man einen schönen Platz hat, wo man sitzen kann. Ich habe hier keine Freunde, nur in Afrika.

Ja, ich bin sehr allein. Niemand möchte ja allein sein, jeder will in einer Beziehung leben. Aber das ist nicht sehr leicht. Du weißt nicht, wer zu dir paßt oder nicht. Ich kenne ein paar Leute, die auch aus Afrika kommen und hier leben. Aber es gibt über 30 verschiedene Sprachen in meinem Land. So ist es schwer, überhaupt in Kontakt zu kommen. Ich mache den ganzen Tag eigentlich nichts, da ich hier nicht arbeiten kann. Ich bekomme 80 Mark für einen Monat, und man gibt mir zu essen. Ich würde gern ab und zu meine Familie anrufen, aber das ist zu teuer.

Bevor ich hierherkam, hatte ich viele Zukunftsträume. Aber wenn man in einer schlechten Situation ist, kann man nicht träumen, was man will. Wenn die Lage in meinem Land wieder in Ordnung ist und ich zurückgehen kann, dann werde ich auch wieder besser träumen können. Denn hier bin ich fremd. Karen König

Morgen stehen wir auf dem Alexanderplatz

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