Homeoffice während Corona: Daheim im Corporate Center

Zu Hause arbeiten galt einst als Privileg. In Zeiten des Voronavirus wird es Standard. Und zum Vorboten eines Strukturwandels.

Ein Kleinkind von hinten, es sitzt an einem Küchentisch, im Hintergrund eine Frau vor einem Laptop

Homeoffice betrifft auch die anderen Home-Bewohner Foto: Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

Homeoffice und Work-Life-Balance gehören zu den beliebten Versprechen, mit denen Unternehmen beim Anwerben gesuchter Leute punkten. Wer die Festanstellung dann bekommt, ist in der Regel überrascht, wie sehr Versprechen und Berufsalltag auseinanderklaffen.

Jetzt, in Zeiten des Virus, scheint sich dies zu ändern. Von zu Hause zu arbeiten gilt plötzlich als in hohem Maß vernünftig. Was die Abteilungsleiter bisher gerne als Privileg verteilten, wird nun zunehmend ein demokratisches Gut. Wie lange? Vielleicht nur so lange, bis ein Impfstoff dem Virus ein Ende macht.

Das Homeoffice wurde den Angestellten von Großunternehmen schon in den 90er Jahren angeboten. Vor allem, wenn sie als sogenannte Außendienstler unterwegs waren, zum Beispiel als Kundendiensttechniker oder als sogenannte Key-Account-Manager.

Einfachste Fragen waren unbeantwortet: Beteiligt sich die Firma an den Telefonkosten? Übernimmt sie ihren Anteil am ISDN-Anschluss? Zahlt sie die Miete für die Garage, wohin die Ersatzteile über Nacht geliefert werden? Ist die Fahrt zum ersten Kunden schon Arbeitszeit? Wer dies zum Thema machte und Bezahlung verlangte, galt schnell als kleinkariert. Gut, wenn es in solchen Fällen Betriebsräte gab, die den Angestellten zur Seite standen und Betriebsvereinbarungen abschlossen.

Das nie eingelöste Versprechen

In den nuller Jahren war Home­office das große, für viele nie eingelöste Versprechen. Zu Hause durfte arbeiten, wessen Nase dem Chef prämierungswürdig schien. Für die große Herde galt command and control, am besten im Großraumbüro. Wer je in solchen Räumen gearbeitet hat – beispielsweise in einem Callcenter –, weiß, wie nervenaufreibend Großraumatmosphäre ist.

Nicht nur die weltweiten Lieferketten sind gebrochen, sondern auch die alten Bürogesetzestafeln

Der patzige Kunde am Telefon, die telefonierende Kollegin in der Nachbarparzelle, die elektronische Anzeige an der Stirnseite des Büros, die anzeigt, wie viel Kundschaft noch in der Leitung hängt und abgearbeitet werden will. Einzelbüros waren aus ökonomischen und politischen Gründen verpönt: kosten zu viel und bieten zu wenig Überwachung. Personalleitungen leiden ja an einer professionellen Deformation, sie halten den Angestellten an sich für einen faulen Hund. ­Desksharing kam damals in Mode. Man kam morgens, nahm sich im Eingangsbereich seinen Bürotrolley und schaute, wo gerade ein Schreibtisch frei war und sich der Laptop aufklappen ließ.

Das wollen die heutigen Angestellten so, lautete die Generalthese der Personaler. Das wollte das für die Finanzen zuständige Management so, war die Wahrheit. Denn mit Desksharing lässt sich Büroraum und damit Geld einsparen. Die Angestellten haben mit der Sache bis heute ihren Frieden nicht gemacht. Morgens sind die gleichen Schreibtische mit den gleichen Leuten besetzt, und wer zu spät kommt, den bestraft das Büroleben.

Das Homeoffice ist beides, Chance und Risiko. Die Phrase hat ausnahmsweise einmal ihre Berechtigung. Chance, weil sich außerhalb vom Bürostress wirklich effektiver arbeiten lässt: Kein Vorgesetzter mit neuen Ideen platzt herein; kein Kollege zieht ins endlose Gespräch, für das die Zeit aber fehlt; keine Kantine schließt um 13.30 Uhr, sodass man leider Kekse knabbern muss; vor allem entfällt die An- und Abfahrt ins Büro mit den obligatorischen Staus.

Massive Gefahr häuslicher Überstunden

Das Homeoffice ist Risiko, weil Angestellte in der Regel mit keinem gesunden Arbeitnehmerbewusstsein ausgestattet sind. Sie halten das Arbeiten von zu Hause für eine Vergünstigung, die sie sich mit Mehrarbeit verdienen müssen. Sie unterliegen massiv der Gefahr, mehr als die geforderten acht Stunden am Bildschirm ranzu(g)klotzen.

Zum Risiko gehören vor allem die Mitbewohner des Office, in erster Linie die Kinder. Ein Unternehmensberater, der ein Unternehmen bei der Einführung des Homeoffice beriet, hatte auch für die Beschäftigten einen Rat: „Schließen Sie Verträge mit ihrem Kind ab, wann Arbeitszeit und wann Spielzeit ist.“ Was tun, wenn der Sohn, damals gerade zwo, partout nicht vertragstreu sein will?

Das Virus hat den Büroalltag momentan mächtig verändert. Nicht nur die weltweiten Lieferketten sind gebrochen, auch die alten Bürogesetzestafeln. Was gestern nicht sein konnte, ist heute geradezu gefordert. Die Quote der Homeoffice-Berechtigten gilt nicht mehr. Ein wenig Anarchie liegt in der Luft. Es gibt plötzlich Wichtigeres, als die Umsatzziffer nach oben zu treiben. Die Kurve der Infizierten flach zu halten, ist das Gebot der Stunde.

In den Unternehmen, die dem Autor dieser Zeilen zugänglich sind (es sind Großunternehmen), ist gegenwärtig ein Strukturumbruch im Gange, den das Virus wohl verschärfen wird. Die klassische Arbeiterklasse wird langsam abgewickelt, das Backoffice abgespeckt, die gesuchten Spezialist*innen für künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, die neuen Antriebstechniken und Industrie-4.0-Lösungen werden geradezu umschmeichelt. Die Gehälter der dringend Gesuchten fangen bei 100.000 Euro im Jahr an; keine schlechte Hausnummer für Leute, die noch zwei Monate vorher Studenten waren.

Für Fließbandarbeiter unmöglich

Die in Abwicklung begriffene Arbeiterschaft bekommt dagegen ihr Monatsgehalt und ihre Wochenarbeitszeit gekürzt. Die Betriebsräte versuchen, Verträge auszuhandeln, die anstehende Kündigungen möglichst lange ausschließen. Homeoffice ist für in Fertigungs- und Vorfertigungsbereichen Arbeitende von der Sache her unmöglich: Aus einer auf räumliches Nebeneinander verwiesenen Arbeitsteilung kann keiner aussteigen. Neidisch schaut man hier auf die angeblich privilegierten Angestellten.

Die machen gegenwärtig ihre eigene böse Erfahrung. Im Backoffice schlägt der Algorithmus zu. Die Büros, neudeutsch Corporate Center, schlank zu machen ist angesagt. Alle Großen befolgen es: BASF, Bayer, Daimler, Deutsche Bank, Lufthansa, SAP, Siemens. Seit Mitte letzten Jahres häufen sich die Meldungen über Personalabbau in Tausendergröße.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Die den Produktionsbereichen geläufige Erfahrung müssen die Angestellten in den administrativen Bereichen nun ebenfalls machen: Jede standardisierte, repetitive Tätigkeit lässt sich automatisieren. Der Algorithmus prüft, ob alle Bewerbungsunterlagen vorhanden sind, ob ein Zahlendreher eine Überweisung blockiert, ob der Kunde zu Recht eine Reklamation geltend macht. Die klassischen Angestelltenabteilungen sind betroffen, Controlling, Personalverwaltung, Finanzbuchhaltung. Das Virus wirkt wie eine Beschleunigung dieser Entwicklung, das Homeoffice wie eine Zwischenstation, bis der administrative Vorgang endgültig automatisiert werden kann.

Die gewöhnlichen Angestellten wiederum beneiden die hoch Qualifizierten: Bekommen die auf ihren schicken Büroetagen nicht alles in den Hintern geschoben? Man fühlt sich dort wahrlich wie in einer anderen Welt. Die alte Teeküche hat sich zu einem Bistro gewandelt mit Barhocker, Hochtisch, Latte macchiato, Espresso und Earl Grey zur kostenlosen Auswahl. Die Rückzugsbereiche in den Vorräumen mit ihren roten Couchgarnituren und den hohen Rücken- und Seitenwänden sollen in intimer Atmosphäre berufsbezogene Kommunikation stimulieren.

Yoga und Empowerment

Hier auf diesen Etagen wird kein Beschäftigter vom Chef gehindert, sich wegen Corona in die noch intimeren eigenen vier Wände zurückzuziehen. Es gibt auch gar keine Chefs mehr, nur noch Scrum-Master, die für Empowerment und Agilität sorgen sollen. Ein kostenloses Fitnesscenter gehört zum Bürokomplex, Yogakurse für Schwangere werden angeboten, der Friseur­besuch in der Mittagspause ist kein Problem.

Die Klassengesellschaft der abhängig Beschäftigten ist in sich noch mal gegliedert, und die „Gesellschaften des Zorns“ haben in den Betrieben ihren Unterbau. Es gärt hier mächtig unter der Decke. Wahrscheinlich ist an dem zu Tode gerittenen Theorem von Basis und Überbau doch etwas dran.

Die AfD, der „gärige Haufen“ (Gauland), möchte gerne als Heldin der Arbeiterklasse wahrgenommen werden. Die Institutionen der Betriebsverfassung haben ordentlich zu tun, die Bande von den Betriebstoren fernzuhalten und zugleich die viel beschworene Transformation halbwegs zivil über die Bühne zu bringen. Die Geschäftsführer in ihrer Weisheit sehen wiederum nicht, wie ihre Politik der würdelosen Verabschiedung der Arbeiterschicht dazu taugt, diese den Rechten in die Arme zu treiben.

Ob das Virus die feinen Unterschiede unter den Beschäftigten aufhebt und uns in der Sorge um unsere Gesundheit alle gleichmacht? Man hat seine Zweifel. Was in der individualisierten betrieblichen Welt eingeübt wird, der spitze Ellbogen, ist jetzt im Supermarkt Einkaufspraxis geworden: Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht, heißt das Prinzip.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Jahrgang 1954, war Redaktionssekretär beim Sozialistischen Büro und Politischer Sekretär beim Vorstand der IG Metall. Heute ist er Leiter einer Schreibwerkstatt. Er verfasste das Buch „Die Angestellten zwischen Büroalltag und Fluchtphantasie“ (Verlag Westfälisches Dampfboot, 2019).

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