Hoffnungsschimmer für den Artenschutz: Island erwägt Verbot kommerziellen Walfangs
Weltweit jagen nur noch drei Länder die großen Meeressäuger kommerziell, oft brutal. Eines denkt jetzt ernsthaft über einen Ausstieg nach.
rtr | Island erwägt ein Verbot des kommerziellen Walfangs. Die Regierung prüfe derzeit verschiedene Optionen zur Aktualisierung ihres Walfanggesetzes, wobei sie der Möglichkeit eines dauerhaften Verbots besondere Aufmerksamkeit schenke, hieß es am Mittwoch auf der Webseite der Regierung. Der Walfang in dem Inselstaat sorgt seit Jahren für Proteste von Tierschützern. Käme es zu einem Verbot, würden nur noch Norwegen und Japan Walfang kommerziell betreiben. Die isländische Regierung verfügt über eine eigene Mehrheit im Parlament.
In der laufenden Jagdsaison, die von Juni bis Ende September dauert, wurden nach Angaben der Tierschutzorganisation Humane World for Animals bis zum 9. September 80 Finnwale getötet. Die Quote erlaubt in diesem Jahr den Fang von 150 Tieren. 2024 hatte eine Übergangsregierung dem einzigen verbliebenen Walfang-Unternehmen des Landes eine Lizenz für fünf Jahre erteilt.
Island, Norwegen und Japan sind die einzigen Länder, die in den vergangenen Jahren kommerziellen Walfang betrieben haben. Sie stellen sich damit gegen ein internationales Moratorium, das 1986 zum Schutz der Walbestände in Kraft trat. Norwegen nahm den kommerziellen Walfang 1993 wieder auf, Island folgte 2006. Japan trat 2019 aus der Internationalen Walfangkommission aus, um die Jagd in seinen eigenen Hoheitsgewässern wieder aufzunehmen.
Das Moratorium nimmt indigene Völker in bestimmten Regionen wie Grönland und Alaska weiterhin von dem Verbot aus, da der Walfang für ihre Ernährung und Kultur eine wichtige Rolle spielt.
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