Hilfe für Bedürftige in Berlin: Anstand mit Abstand

Im Wedding gibt der Verein Menschen helfen Menschen weiter Lebensmittelspenden direkt ab. Gründer Horst Schmiele glaubt, dass Begegnung jetzt nottut.

In den Räumen von Menschen helfen Menschen, im Hintergrund Gründer Horst Schmiele Foto: Sebastian Wells

BERLIN taz | Um die Mittagszeit rauscht an der Wollankstraße im Wedding der Verkehr. Es ist laut. Ein Frühlingstag, der hier nicht so recht lieblich sein will. Vor einem 70er-Jahre-Bau mit einem Ladenlokal im Erdgeschoss stehen Leute in einer Schlange. Ein paar ziehen Trollies, andere tragen große Taschen. Hier gibt der Verein „Menschen helfen Menschen“ Nahrungsmittel an Bedürftige ab. Horst Schmiele, der Vorstand des Vereins, erklärt gerade einem jungen Mann mit Hund, dass die Essensausgabe trotz Corona hier vor Ort weiterläuft.

Die Schwächsten der Gesellschaft mit Nahrungsmitteln zu versorgen ist in Zeiten des Sozialen-Distanz-Gebots kompliziert gewornden. Am Bahnhof Zoo etwa muss die Kantine der Bahnhofsmission geschlossen bleiben. Stattdessen werden jetzt Essenspakete durch ein Fenster gereicht. Die Berliner Tafel hat den größten Teil ihrer Essensausgabe auf Lieferservice ins Haus umgestellt. Die Klienten müssen ihren Bedarf vorher bei der Gemeinde anmelden und werden per Kurier beliefert. Das Helfen, so sieht es aus, geht in Berlin auf Abstand.

Horst Schmiele will aber, dass es nach wie vor möglichst direkt geschieht. Und zwar in der Wollankstraße. Im Laden, im Hof und auf der Straße. Er will, dass die Leute kommen können. Indem der Verein Essen, das in Discountern abgeschrieben wurde, einsammelt und in vorgepackten Tüten für einen Euro an Bedürftige weiterreicht, arbeitet er nach demselben Prinzip wie die Laib-und-Seele-Stationen der Berliner Tafel.

Dabei ist er kein Konkurrenzverein, wie schon manchmal geschrieben wurde. Er ist viel kleiner und ganz anders. Wenn die Tafel ein Containerschiff wäre, wäre „Menschen helfen Menschen“ ein Segelboot. Versorgen die Tafeln bundesweit 1,65 Millionen Menschen mit Essen, erreicht „Menschen helfen Menschen“ mit drei Standorten in Berlin etwa 2.000 Menschen im Monat.

Vor 16 Jahren wurde der Verein im Wedding gegründet. Er wurzelt hier und ist eine sehr typische Weddinger Pflanze. Als Schmiele mit allem anfing, ging es ihm darum, Menschen wie denen in ihrer Weddinger Nachbarschaft zu helfen, erzählt er. Eigentlich war es seine Frau Sabine, die die Idee dazu hatte. Von Fotos an der Bürowand lacht sie die Besucher sehr lebensbejahend an. Blond, stark geschminkt, sehr präsent. Als wollte sie jederzeit einen Ball fangen, der mit hoher Geschwindigkeit kommt.

Helfen im eigenen Umfeld

Sabine Schmiele, erst Blumenverkäuferin, hatte dann bei der Berliner Tafel gearbeitet, die damals noch in erster Linie soziale Einrichtungen mit Lebensmitteln unterstützte. Ihr Gedanke war, Lebensmittel direkt an Bedürftige abzugeben. Horst Schmiele sagt: „Wir haben da eine Lücke gesehen: Wir kannten viele, die hier leben, die ihre Kinder nicht gesund ernähren können, die aber nicht unbedingt obdachlos sind oder in sozialen Einrichtungen leben. Und wir kamen selbst aus diesem Umfeld. Wir sind beide hier aufgewachsen. Ich hatte gerade meinen Job im Tiefbau verloren und war arbeitslos. Und da machte ich gleich mit.“

Zu siebt gründeten sie 2004 den Verein. Danach folgt eine lange Geschichte, in der Sabine Schmiele ihr handwerkliches Geschick und ihr Talent als Netzwerkerin und Fundraiserin entdeckt. In der die Vereinsmitglieder mit ihren privaten Autos Essen von Discountern holen und zunächst auf Parkplätzen verteilen. In der sie Räume auftun, renovieren, wieder aufgeben müssen und schließlich ihre jetzigen Räumlichkeiten ausbauen. In der dauernd improvisiert wird. In der Sabine Schmiele im Jahr 2016 nach kurzer schwerer Krankheit stirbt und ihr Mann, vielleicht gerade ihr zu Ehren, umso hartnäckiger weitermacht.

Die Kleiderkiste, die sonst etwas Geld abwirft, darf nicht öffnen

Horst Schmiele wirkt etwas müde, aber nicht so, als wollte er sich unterkriegen lassen. Er trägt einen Schnurrbart. Das Haar, das auf den Fotos noch in Dauerwellen liegt, ist heute fast glatt.

Über dem Laden in der Wollankstraße sind mehrere Schilder angebracht, die Schmieles Sohn gemacht hat: „Soziales Zentrum MHM“, „Kleiderkiste“, „Begegnungsstätte“, „Mappi-Station“ und Hopla-Shop“. Denn das Angebot des Vereins umfasst noch mehr als die Essensausgabe. Zum Beispiel können finanzschwache Eltern für kleines Geld gute Schulranzen erstehen. In der „Kleiderkiste“ kann man sich günstig einkleiden. Die Tür des Ladenlokals sieht aus, als hätte sie bessere Zeiten gesehen.

Wer eintritt, gelangt in ein Labyrinth. Zunächst ist da der „Hopla-Shop“ mit Lebensmitteln und Tausenden anderen Dingen – von Hundefutter über Spielzeug bis hin zu Krücken, alles für Minibeträge zu erstehen. Dort packt ein Mann mit Atemschutzmaske für eine junge Frau gerade Eier, einen Salatkopf und – tatsächlich – einen bunten Tulpenstrauß – ein. Dahinter folgen die „Begegnungsstätte“ mit einem langen Tisch, wo die Gäste normalerweise auf ihre Essenstüten warten, diverse Büros und das Lager. Wohin man auch schaut: Alles sieht sehr privat aus. Hier baumelt ein Teddybär von der Decke, dort hängen Fotos und Auszeichnungen an der Wand. Überall stapeln sich Dinge. Allerdings sind die Innenräume – bis auf den Laden – heute menschenleer. Das muss so sein. Nur der Laden darf geöffnet sein, weil er Lebensmittel abgibt.

Immer nur ein Kunde darf hinein. Die draußen warten, werden nacheinander aufgerufen. Die Abgabe der Tüten findet im Hof statt. Das ganze Leben in und um „Menschen helfen Menschen“ hat sich auf die Straße verlagert. Eine ältere Dame fragt Schmiele nach dem Preis für alle Folgen einer Serie auf DVD. Es sind 5 Euro. Weil sie es ist.

Horst Schmiele hat entschieden, seine Essenausgabestellen offen zu halten. Denn er möchte, dass sein Angebot niedrigschwellig bleibt. Ob diejenigen, die hier mit ihren Trollies warten, einen Antrag auf Lieferung von Lebensmitteln in ihre Privatwohnungen stellen würden? Er glaubt es kaum. Viele von ihnen kennt er persönlich. Hartz-IV-Empfänger sind darunter, auch Aufstocker, also „Working Poor“, denen das verdiente Geld nicht reicht.

Die Abholtermine von „Menschen helfen Menschen“ sind Montag bis Mittwoch und Samstag in der Wollankstraße 58–60 von 11 bis 14 Uhr. Mittwochs und freitags mobil in Hohenschönhausen vor dem Kieztreff Falkenbogen von 15 bis 16.30 Uhr. Montag und Donnerstag mobile Ausgabe in Marzahn am Blumenberger Damm 12–14 von 15 bis 16.30 Uhr.

Spendenkonto: Menschen helfen Menschen, Berliner Sparkasse, IBAN: DE44 1005 0000 6603 0013 04, Kennwort: Kiezsolidarität.(taz)

Außerdem war dem Verein immer wichtig, dass das Abholen der Lebensmitteltüten auch damit verbunden ist, anderen zu begegnen. Armut bedeutet in Deutschland ja oft gerade einen Mangel an Ansprache und an Raum mit entsprechenden Qualitäten. Gerade jetzt, wo sich die Menschen ins Private zurückziehen, fällt umso mehr ins Gewicht, wer ein angenehmes Nest fürs Corona-Cocooning hat – und wer nicht. Schmieles Klientel hat es eher nicht. Zwar muss die „Begegnungsstätte“ geschlossen bleiben. Aber vor der Station sieht man sich – auch wenn man eineinhalb Meter Abstand halten muss.

Damit all das – trotz Corona – weiter möglich ist, muss der Verein mehr wuppen als sonst. Dabei ist er auf Einnahmen aus Spenden angewiesen. Schmiele, der Rentner ist und aus dem Verein kein Gehalt bezieht, muss zusehen, die Ausgaben für Miete und den Unterhalt der Fahrzeuge zu decken. Das ist jetzt schwer. Denn Firmen, die selbst um ihre Existenz fürchten, sind weniger spendabel. Und die „Kleiderkiste“, die sonst etwas Geld abwirft, darf derzeit nicht öffnen.

Eine weitere Hürde: In normalen Zeiten unterstützen „Zusatzjobber mit Mehraufwandsentschädigung“ – im Volksmund 1-Euro-Jobber – die täglichen Arbeiten im Verein. Jetzt hat das Arbeitsamt sie nach Hause geschickt. Das Fahren, das Packen und die Essensausgaben bewerkstelligen jetzt Freiwillige, die dafür nicht bezahlt werden.

Einmal zahlen
.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Mit der taz Bewegung bleibst Du auf dem Laufenden über Demos, Diskussionen und Aktionen in Berlin & Brandenburg. Erfahre mehr

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben