piwik no script img

■ Heute Prozeßbeginn in PotsdamAngolaner versklavt und mißbraucht

Potsdam (AFP) – Drei Ostdeutsche müssen sich heute vor dem Landgericht in Potsdam verantworten, weil sie zwischen Oktober und Dezember 1992 einen Afrikaner verschleppt und als „Sklaven“ gehalten haben sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern im Alter zwischen 22 und 32 Jahren Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung sowie sexuelle Nötigung vor. Ein Gerichtssprecher gab an, nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hätten die mutmaßlichen Täter den 24jährigen aus Angola stammenden Mann auf der Straße überfallen und in ihre Wohnung verschleppt. Der Angolaner habe nicht nur den Haushalt der Angeklagten führen müssen, er sei auch regelmäßig eingesperrt worden. Durch Schläge sollen die Angeklagten ihr Opfer gezwungen haben, für sie zu tanzen und sich zu entkleiden. Auch sexuellen Übergriffen der Angeklagten sei der Angolaner ausgesetzt gewesen. Ihm war es schließlich gelungen, sich zu befreien und zu fliehen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen