Heftige Kursverluste der Kreditinstitute: London will Banken teilverstaatlichen
Die britische Regierung will Banken teilverstaatlichen, um den Zusammenbruch des Kreditsystems im Königreich zu verhindern. In Tokio stürzten die Kurse der Börse dramatisch ab.
LONDON/TOKIO ap/dpa Mit einem Rettungspaket für britische Großbanken in Höhe von 50 Milliarden Pfund (65 Mrd Euro) will die Regierung in London das angeschlagene Finanzsystem stabilisieren. Dies erklärte das Finanzministerium in London am Mittwochmorgen vor Öffnung der Börse. Bei den acht Banken handelt es sich um Abbey, Barclays, HBOS, HSBC, Lloyds TSB, Nationwide Building Society, Royal Bank of Scotland und Standard Chartered.
"Diese Maßnahmen sind absolut notwendig, um das System wieder in Gang zu bringen", sagte Finanzminister Alistair Darling dem Fernsehsender Sky News. Der Finanzminister wird das Paket am Mittwoch im Parlament vorstellen.
Mit dem Geld der britischen Steuerzahler soll ein Zusammenbruch des britischen Bankensystems verhindert werden. In den letzten Tagen war die Regierung zunehmend unter Handlungsdruck geraten, nachdem die Aktien der Großbanken heftige Kursverluste erlitten hatten.
In Tokio ist der Nikkei am Mittwoch um mehr als neun Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren gestürzt. Am Ende ging das Börsenbarometer für 225 führende Werte mit einem dramatischen Verlust von 952,58 Punkten oder 9,38 Prozent beim Stand von 9203,32 Punkten aus dem Markt. Das ist der bisher drittgrößte Tagesverlust überhaupt. Der breit gefasste TOPIX brach um 78,60 Punkte oder 8,04 Prozent auf 899,01 Punkte ein.
Am Devisenmarkt sank der Dollar zwischenzeitlich erstmals seit April unter die Marke von 100 Yen. Gegen Mittag Ortszeit notierte die US-Währung noch mit 101,25-30 Yen nach 102,69-72 Yen am späten Vortag. Der Euro lag bei 1,3582-87 Dollar nach 1,3574-77 Dollar am späten Vortag. Zum Yen wurde er mit 137,54-59 Yen gehandelt nach 139,42-46 Yen am späten Vortag.
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