: „Heerstraße Nord“
■ TU-Wissenschaftler untersuchten in einer Studie „Ältere Menschen und ihr Wohnquartier“
Berlin. Zu einem äußerst attraktiven Wohnviertel für ältere Menschen hat sich die Berliner Siedlung „Heerstraße Nord“ in Spandau entwickelt. Altersgerechte Wohnungen sowie ein enges Netz von Serviceeinrichtungen und Dienstleistungsangeboten hätten dazu geführt, daß die Bewohner trotz Krankheit oder eingeschränkter Mobilität länger in der eigenen Wohnung leben bleiben können, heißt es in einem Forschungsbericht der Technischen Universität.
Über zwei Jahre hatten sich Wissenschaftler der TU im Rahmen des vom Bundesbauministerium finanzierten Projekts „Ältere Menschen und ihr Wohnquartier“ mit den Lebensbedingungen von Senioren beschäftigt. Anhand der in den sechziger und siebziger Jahren im Rahmen des öffentlich geförderten Sozialen Wohnungsbaus errichteten Siedlung „Heerstraße Nord“ wollten sie das Netz aller notwendigen Maßnahmen und Dienste für ein selbstbestimmtes Leben analysieren.
Im Vergleich zu anderen Wohngebieten sind in der Heerstraße von Anfang an mehr behindertengerechte- und freundliche Wohnungen entstanden. Zudem hätten sich zeitgleich mit dem Bezug der ersten Wohnblöcke 1968 eine Reihe sozialer Einrichtungen und Dienste etabliert, zu denen diverse Geschäfte, Arztpraxen, Büros, ein Supermarkt sowie ein evangelisches und ein katholisches Gemeindezentrum gehören. Heute gibt es dort laut Forschungsbericht ein breites soziales Netz mit Sozialstation, psychiatrischer Krankenpflege sowie einer gut organisierten Alten- und Behindertenarbeit. Als besonders wichtig für die Herstellung zwischenmenschlicher Kontakte beurteilte das Team das 1978 errichtete Gemeinwesenzentrum und das Café „Treff Charlie“. Im Ergebnis der im Sommer 1992 beendeten Untersuchung stellten die Wissenschaftler jetzt neue Förderrichtlinien für altersgerechtes Wohnen auf. Danach sollten alte Menschen Anspruch auf anderthalb bis zwei Räume haben. ADN
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