Haus am Lützowplatz: Die Zeichen lesen oder nicht
Foto: Courtesy Zora Mann, ChertLüdde, Berlin
Kann einem ein Talisman Glück bringen, der industriell gefertigt ist? Fasziniert von brasilianischen Devotionaliengeschäften, begann Marion Andrieu über die symbolischen wie tatsächlichen Kräfte von Zeichen und Formen nachzudenken. Daraus entstand ihre Serie „Esoteric Shop“, eine Skulpturengruppe aus MDF und Keramik mit dem Charme einer Schaufensterauslage.
Die Beschäftigung mit Zeichen und Deutungen verbindet Andrieu mit Yann Gerstenberger und Zora Mann, den anderen beiden Künstler_innen der Ausstellung „interf ∆ ce(s)“ in der Studiogalerie im Haus am Lützowplatz. Manns Bilder und Skulpturen schmücken ornamentale Strukturen, die an die Stammeskunst Afrikas erinnern. Sie abstrahiert Erinnerungen an ihre Kindheit in Afrika und nimmt den westlichen Blick aufs Korn, der das Geflecht an Verweisen, Zitaten und Bedeutungen als bloße Dekoration wahrnimmt. Gerstenberger assembliert Persönliches, Traditionelles und Ergoogeltes zu einer surrealen Tapisserie-Welt. So flirren einem die Zeichen beim Schauen vor Augen wie im digitalen Fluss, unmöglich alle zu deuten, hier wie da. BSH
Bis 11. 6., Di.–So. 11–18 Uhr, Lützowplatz 9
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