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Haren reichte bis Sevilla

■ Die See-Stadt an der Ems vor und nach ihrer Blütezeit, anzugucken noch museal

„Haren/Ems“ am Heck, das war in den vergangenen Jahrhunderten schon eine bekannte Größe. Kaum ein Hafen zwischen Sevilla und Hammerfest, der nicht von der Harener Frachterflottille angesteuert wurde, kaum ein Seegebiet zwischen Spitzbergen und Sardinien, in dem Harener Reeder nicht ihre Flagge zeigten. Ganz Wagemutige schipperten sogar bis nach Übersee, kreuzten im Amazonasdelta und in der La Plata-Mündung auf. Und dies nicht mit viermastigen Windjammern und schnellen Clippern, sondern in winzigen Spitzpünten und schmächtigen Schonern.

Die Zahl der Harener Schiffe und Seefahrer ist beachtlich. Noch vor 25 Jahren waren hier 342 Schiffseinheiten registriert. Rund hundert Binnenschiffe und über sechzig moderne Küsten- und Seeschiffe geben noch Haren als Heimathafen an. Doch die Blütezeit der jahrhundertealten Seefahrt ist vorbei.

In den roten Ziegelsteinhäusern an der Hafenstraße und anderswo wohnen aber immer noch die Reeder, Kapitäne und Schifferfamilien; und im Neuen Hafen, in Nachbarschaft zu den Werften, löschen Binnenschiffe wie eh und je ihre Frachten. Im städtischen Wappen kreisen denn auch nicht nur Windmühlenflügel, sondern aufgetakelte Segel. Daß sich hier ein Schiffahrtsmuseum etablierte, kann nicht wundern. Dies sei eigentlich eine logische Konsequenz gewesen, stellt Dieter Schultejanns fest. Der 43 Jahre alte Stadtdirektor residiert im Rathaus inmitten von Schiffsmodellen, maritimem Krimskram und nautischen Utensilien. Erst die Museumsflotte, sagt er, erst das schiffstechnische und das Freilichtmuseum draußen am Rütenbrock-Kanal, erst die würden einen umfassenden Einblick in die Schiffahrtsgeschichte der Stadt geben. Heinrich Heeren/dpa

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