Hallo Ronny Blaschke,
Dem Großteil deines Artikels kann ich beipflichten. Richtig(man kann es nicht oft genug sagen) ist der Hinweis, das die Vorfälle rein gar nichts mit Rechtextremismus zu tun haben. Hier sitzen nicht nur die Düsseldorfer Fans einem einfachen und verbrauchten Klischee auf. Richtig ist aber auch, dass selbst hunderte Applaudierende während der Pyraktion bei fast 10 000 angereisten Fans die Minderheit waren.
Unverständlich ist für mich aber der Vorwurf von Einflussnahme oder Erpressbarkeit des Klubs durch Rostocker Fans. Das habe ich im Zusammenhang mit der Ultras-Bewegung nun schon oft gehört und gelesen. Die Ultras sind als Stimmungsmacher gern gesehen - vereinspolitische Forderungen dürfen sie aber nicht artikulieren? Das mit Erpressbarkeit gleichzusetzen, diskredidiert demokratische Willenbildung und alle Fangruppen. Sitzblockaden bei Nazis sind super, Sitzblockaden vor dem Bus sind Nötigung? Fans sind mehr als Klatschvieh!
Konkret zu Hansa: Wie sinnvoll das auch immer sein mag: Warum darf es nicht erlaubt sein, gegen den Verkauf der Namensrechte aufzutreten? Und völlig richtig war die Forderung der Fans zum Rücktritt des Hansa-Sicherheitsbeauftrageten. Schwamm noch über seine problematische DDR-Vergangenheit, aber als gleichzeitiger Chef der Sicherheitsfirma im Ostseestadion hat er sich quasi selbst beauftragt und von seiner mit verantworteten Eskalation jahrelang profitiert - skandalös und wohl einmalig im deutschen Profifussball.
Das erwahnte Missmanagement im Umgang mit den Fans ist m.E. der eigentliche Knackpunkt. Hansa hat das Gespräch mit den wachsenden Suptras zunächst verschläfen; seit Jahren reagierte man man praktisch mit Kommunikationsverweigerung und Diskriminierung. Das gilt es zu reparieren.
Beste Grüße Thomas
AFDFCH
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