: Haft für Betreiber von Flüchtlingsheimen
Ein Betreiber von Flüchtlingswohnheimen ist gestern vor dem Landgericht wegen Betrugs am Sozialamt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Der Mann hatte eine bosnische Familie acht Monate lang in einer nicht für Flüchtlinge zugelassenen Mietwohnung untergebracht und dafür zu Unrecht 30.000 Mark von Bezirksamt Treptow kassiert. Der gelernte Dachdecker war bereits im vergangenen Dezember wegen ähnlicher Betrügereien mit einem Schaden von rund 200.000 Mark zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Diese Strafe wurde jetzt einbezogen. Im vorausgegangenen Prozeß hatte es sich um Scheinunterbringung von Flüchtlingen gehandelt. Obwohl die bosnischen Familien nicht in seinem Heim lebten, sondern sich in Österreich aufhielten, hatte der 51jährige Mann das Bezirksamt für diese Menschen zahlen lassen. Der 51jährige war geständig. Im vorliegenden Fall hatte er seinen Angaben nach eine vierköpfige Familie aus der für Flüchtlinge gemeldeten Gewerbewohnung wegen eines Wasserschadens umgesetzt. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte das Bezirksamt über die illegale Unterbringung nicht informiert, weil er seine Einnahmequelle nicht verlieren wollte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen weitere Verdächtige wegen gleichartiger Betrügereien. Nach Auskunft des Anklägers wird der Steuerzahler auf diesem Weg um erhebliche Summen geschröpft. dpa
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen