Grüne Dichter: Kühe und Castoren
■ 20 Jahre sind sie schon im Landtag in Hannover – jetzt reimt die Öko-Partei
Die Deutschen sind doch noch ein Volk der Dichter und Denker. Zumindest die Grünen im Niedersächsischen Landtag haben jetzt an diese alte Tradition angeknüpft. In einer Einladung für eine „Jubiläumsfeier“, mit der sie ihre 20 Jahre dauernde, ununterbrochene Zugehörigkeit zum Landtag begießen wollen, gaben sie eine Kostprobe ihrer Reimkünste. Das mit der Quelle „Anonymus“ ausgezeichnete Gedicht offenbart ein etwas gespaltenes Verhältnis zum Land Niedersachsen:
„Wälder, Wiesen und Kasernen, Schweine, Rüben und Beton, Wasser, Sand und kleine Berge, hebbt wi all 'n beten von.
Elbe, Weser, Harz und Heide, Kirschen blühn im Alten Land. Satte Kühe auf der Weide, Sonnenbrand am Nordseestrand.
Castor-Strahlen und Affären, Welfenschatz und AKW, leere Kassen, wenig Arbeit, wer versteht das ABC?
Sturmfest, erdverwachsen, plusminus Normalnull. Uns macht dieses Niedersachsen zugleich Herz und Schnauze voll.“ dpa
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen