piwik no script img

Grenzzaun an europäischer AußengrenzeLitauen dichtet Grenze zu Belarus ab

Litauen stellt seinen 550-Kilometer-Zaun an der Grenze zu Belarus fertig. Dort versuchen immer wieder Geflüchtete und Migranten in die EU zu gelangen.

Die Grenze zwischen Litauen und Belarus bei Kapciamiestis im Juli 2021

dpa | Litauen hat den Bau eines knapp 550 Kilometer langen Zauns an seiner Grenze zum benachbarten Belarus abgeschlossen. „Die physische Barriere wird den Grenzschutzbeamten sicherlich dabei helfen, der illegalen Migration wirksamer entgegenzuwirken“, wurde Ministerpräsidentin Ingrida Simonyte am Montagabend in einer Mitteilung der Staatskanzlei in Vilnius zitiert. Die Regierungschefin des baltischen EU- und Nato-Landes begrüßte, dass das Projekt pünktlich und im Rahmen des Budgets abgeschlossen worden sei.

Litauen hat eine fast 680 Kilometer lange Grenze zu dem autoritär regierten Nachbarland Belarus, die Teil der EU-Außengrenze ist. Davon verlaufen mehr als 100 Kilometer durch Seen und Flüsse. Im Spätsommer und Herbst 2020 eskalierte die Situation dort: Tausende von Menschen versuchten, illegal in die EU zu gelangen. Die Europäische Union beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze gebracht zu haben, um Druck auf den Westen auszuüben.

Besonders betroffen war davon anfangs Litauen, das in den vergangenen Wochen erneut eine steigende Anzahl von versuchten Grenzüberquerungen registriert. Die Regierung in Vilnius reagierte darauf mit einem verstärkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns, der 4 Meter hoch und spiralförmig mit Stacheldraht bewehrt ist. Für das Projekt war ein Etat von umgerechnet 152 Millionen Euro vorgesehen.

Litauen hatte wegen der Situation an der Grenze den Ausnahmezustand verhängt und im August damit begonnen, die Flüchtlinge an der Grenze zurückzuweisen. Daran will die Regierung in Vilnius trotz Kritik von internationalen Organisationen auch weiterhin festhalten.

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

0 Kommentare