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Grenzcamp durchforstet

Großeinsatz der Polizei gegen AntirassistInnen im brandenburgischen Forst. Kein Equipment entdeckt

BERLIN taz ■ Rund 100 Beamte eines Sondereinsatzkommandos (SEK) der Cottbuser Polizei und des Bundesgrenzschutzes (BGS) haben gestern das Antirassistische Grenzcamp in Forst durchsucht. Ziel sei es gewesen, so ein Polizeisprecher, einen illegalen Radiosender zu beschlagnahmen. Die Regulierungsbehörde der Telekom habe die Polizei um Amtshilfe gebeten.

Nach Angaben der Grenzcamp-Sprecherin Uschi Volz dauerte der Einsatz anderthalb Stunden. Es sei jedoch nichts gefunden worden. Volz erhob schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die SEKler seien vermummt auf das Gelände gekommen und brutal vorgegangen. Sie hatten Sätze wie „Jetzt erschießen wir euch und eure Hunde“ gerufen. Volz wertete den Einsatz als einen Versuch „Law und Order gegen selbst organisierte Anti-Rassismus-Politik“ wiederherzustellen. Das Grenzcamp ging gestern zu Ende. 500 vorwiegend junge Menschen organisierten von Forst aus Demos in Eisenhüttenstadt und Spremberg gegen den „rassistischen Konsens“. Bei zwei Protesten gegen BGS-Stationen war es zu geringen Sachbeschädigungen gekommen. Die Organisatoren des Camps zogen trotz der Zwischenfälle eine positive Bilanz. Es soll 2001 wiederholt werden. JULIA NAUMANN

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