Globalisierungsgegner machen Zeitung: Financial Times gekapert
Nach der "New York Times" und der "Zeit" erwischt es nun die "Financial Times" - vor dem G20-Gipfel wollen Globalisierungsgegner mit dem Fake ihre Weltsicht unter die Leute bringen.
BERLIN taz "We live on Financial Crimes". Mit dieser moderaten Variation der Financial Times (FT) Eigenwerbung "We live in Financial Times" brachten Globalisierungsgegner am Wochenende in Großbritannien eine Parodie der FT unter die Leute. Mehr als 10.000 Exemplare wurden verteilt.
Dazu gibt es eine nachgeahmte Website unter der URL ft2020.com, auf deren Aufmacherfoto man einen Wolf bewundern kann, der über Schafe bockspringt.
"World survives Equal Rights Day" heißt es im Aufmachertitel, mit dem der Tag gemeint ist, an dem alle Menschen zum ersten Mal dieselbe Menge an Kohlendioxid ausstoßen dürfen - die einen mehr, die meisten viel weniger.
In dem Text dazu heißt es: "Es sei 'mehr oder weniger unwahrscheinlich', warnten die Führungspersönlichkeiten der Welt [vom G5], dass die Zivilisation 'in diesem Jahrhundert untergehe', trotz der Unbequemlichkeiten für Unternehmen durch die globale Kohlenstoffrationierung."
In ähnlich satirischem Ton entwerfen die Autoren des Fakes ein fröhlich pessimistisches Szenario der Welt, in der der G20-Gipfel auf den "Arctic G5" zusammengeschmolzen ist.
Raoul Djukanovic, der das Fake herausbrachte, erklärte gegenüber der britischen Zeitung Guardian seine Beweggründe: "Journalisten gestalten die öffentliche Debatte, und die Londoner Finanzwelt die Politik - wenn sie ihr Denken umgestalteten, helfen sie, eine andere Welt zu erschaffen."
Auf der Interntetseite findet sich auch ein Link aufs pdf der gedruckten Ausgabe der Parodie.
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