Giftgasangriffe in Syrien

Aufklärung durch Experten

Die Vereinten Nationen wollen die Chemieangriffe in Syrien überprüfen lassen. Drei internationale Fachleute sollen die Verantwortlichen dafür finden.

Von der syrischen Luftwaffe zerstörte Häuser in Damaskus (Archivbild 2013)

Von der syrischen Luftwaffe zerstörte Häuser in Damaskus (Archivbild 2013). Foto: reuters

NEW YORK afp | Die UNO will drei unabhängige internationale Experten mit der Untersuchung der jüngsten mutmaßlichen Giftgasangriffe im Bürgerkriegsland Syrien betrauen. Die Experten sollten durch ein politisches Büro sowie eine Logistikabteilung in New York und eine Untersuchungsabteilung für wissenschaftliche Analysen in Den Haag unterstützt werden, legte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat dar, der der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag.

Der Sicherheitsrat hat nun fünf Tage Zeit, um auf den Vorschlag zu reagieren. Erhebt das Gremium keine Einwände, werde Ban die Experten auf einer „geografisch größtmöglichen Grundlage“ auswählen, heißt es in dem Schreiben. Genaue Angaben zur Zahl ihrer Mitarbeiter und zum Beginn der Untersuchung enthielt Bans Brief nicht.

Die Experten sollen 90 Tage nach dem Beginn ihrer Untersuchung einen ersten Bericht vorlegen. Sie sollen an allen Orten in Syrien und wenn nötig auch in Nachbarländern ermitteln können. Ban rief in diesem Zusammenhang alle Seiten in dem Konflikt zur „vollen Zusammenarbeit“ mit den Experten auf. Sie sollten dem Team Zugang zu allen Orten gewähren und an den Untersuchungsorten Kampfpausen einlegen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am 7. August beschlossen, dass ein Team aus Experten der Vereinten Nationen sowie der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) die Verantwortlichen für die Angriffe mit Chlorgas und anderen giftigen Chemikalien in Syrien ausfindig machen soll. Die syrische Opposition und der Westen werfen den Truppen von Syriens Staatschef Baschar al-Assad vor, Fassbomben mit Chlorgas von Hubschraubern abzuwerfen. Syriens Führung weist den Vorwurf zurück. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) steht ebenfalls im Verdacht, Chlorgas einzusetzen.

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