Gewalttat in Brandenburg: Trauer in Gosen
Die Gewalttat mit zwei Toten in Gosen war wohl eine Beziehungstat. Der kleine Brandenburger Ort am Rand von Berlin steht unter Schock.
Foto: picture alliance/dpa | Michael Ukas
dpa/taz | Die Gewalttat an einer Schule mit zwei Toten hat den Brandenburger Ort Gosen-Neu Zittau am südöstlichen Rand von Berlin bis ins Mark erschüttert. „Das ist nichts, was normal ist an einer Schule“, sagte Michael Kunz, Sprecher der Academedia Education GmbH, die den „Campus Neu-Zittau“ mit Gymnasium, Oberschule und Fachoberschule betreibt. „Die Schülerin war allen gut bekannt.“ Es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner Form der Normalität zurückzukehren, so Kunz.
Die Schule ist am Freitag als Begegnungsraum und Ort der Trauer geöffnet. Mindestens die Hälfte der SchülerInnen kam laut Kunz am Vormittag teilweise mit Familienangehörigen zum Trauern. Noch am Donnerstagabend hatten sich weit über hundert Menschen an der Schule eingefunden, um Blumen niederzulegen, Kerzen anzuzünden und zu trauern. Viele Menschen weinten und hielten sich in den Armen.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei handelt es sich um eine Beziehungstat gegen eine der beiden Toten – eine 18-jährige Frau. Bei der Tat starb auch ein 30-jähriger Kita-Erzieher. Ein 19-jähriger Tatverdächtiger sitzt in Polizeigewahrsam. Weitere Angaben zum möglichen Motiv und zum Tatwerkzeug machte die Polizei zunächst nicht. Nach Medienangaben soll es sich um ein Messer handeln.
Die Kreisverwaltung Oder-Spree teilte mit, für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte auf dem Campus stünden am Freitag psychologische Fachkräfte und ein Notfallteam des Schulamts zur Verfügung. „Niemand soll mit dem Erlebten allein bleiben“, hieß es in einer Mitteilung. Man bitte darum, „den Betroffenen und ihren Familien jetzt den Raum zu lassen, den sie brauchen“.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte bereits am Donnerstag seine Bestürzung zum Ausdruck gebracht: „Diese Tat erschüttert unser gesamtes Land. Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen der Opfer, ihren Familien und Freunden.“
Der Regierungschef sagte, die Schulen sollten „ein Hort für unsere jungen Menschen“ sein. „Hier ist eine Schule zum Tatort einer unfassbaren Gewalttat geworden. Wir müssen zusammenstehen und den Hinterbliebenen sowie der gesamten Schulfamilie die Unterstützung bieten, die sie in dieser schweren Zeit benötigen“, so Woidke.
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