Gespräch mit Andreas Speit: Buchpremiere „Verqueres Denken“

Die Grenzen zwischen alternativen Bewegungen und skurrilen bis gefährlichen Weltanschauungen verschwimmen allzu oft. Wieso?

Ein Buch, das zu diesen Zeiten wie gerufen kommt Foto: taz Kantine

Die Covid-19-Pandemie wurde von massenhaft besuchten, medial intensiv mitverfolgten Protesten, die sich gegen die Corona-Maßnahmen richteten, begleitet.

Wann: Di., 22.06.2021, 19 Uhr

Wo: youtu.be/3n8WeNR6oX0

Die Bilder von diesen Demonstrationen haben wir alle vor Augen. Bei den Querdenken-Demonstrationen und Corona-Protesten laufen Impfgegner:innen neben QAnon-Anhänger:innen, Esoteriker:innen neben Rechtsextremen, die Peace-Fahne flattert neben der Reichsflagge. Sie alle verbindet die Motivation, für „die Freiheit" auf der Straße laut zu werden.

Bieten alternative Milieus den Nährboden für Verschwörungsglauben?

Dieses Miteinander, das so manchem willkürlich erscheinen mag, kommt nicht zufällig zustande. Denn wer sich für den Schutz von Natur und Tieren einsetzt, vegane Ernährung und Alternativmedizin bevorzugt, seine Kinder auf Waldorfschulen schickt oder nach spiritueller Erfüllung sucht, muss nicht frei von rechtem Gedankengut und Verschwörungsfantasien sein.

Andreas Speit, Sozialökonom und freier Journalist, hat sich lange Zeit seiner Recherche- und Publikationsarbeit mit Rechtsextremismus beschäftigt. In seinem neuen Buch „Verqueres Denken. Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus" zeigt er, dass in anderen Lebenswelten Werte und Vorstellungen kursieren, die alles andere als progressiv oder emanzipatorisch sind. Das Buch erscheint diesen Juni im Christoph Links Verlag.

Er stellt in einer Veranstaltung der taz-Kantine sein neues Buch vor und gibt Einblicke in seine Erkenntnisse zu Verschwörungsideologien und kruden Glaubenssätzen aktueller alternativer Strömungen. Eine Buchpremiere mit viel Stoff für Diskussionsbedarf.

Moderiert wird der taz Talk von taz-Redakteurin Anne Fromm.

Eine Kooperation vom Christoph Links Verlag mit der taz.