: Geheucheltes Mitleid
betr.: „Flut-Sperrmüll nach München“, taz vom 27. 8. 2002
Mit Verwunderung habe ich vernommen, dass sich bayerische Kommunen dazu bereit erklärt haben, 59.000 Tonnen Sperrmüll aus den Katastrophen-Gebieten Ostdeutschlands zu übernehmen. Ach, liebe Bayern vielen, vielen Dank.
Die Zahl des Tages ist doch wohl eher die 25. Denn durch den hohen Holzanteil des Sperrmülls liegt der Brennwert pro Kilo bei ca. 25 Megajoule (MJ). Bei einem elektrischen Wirkungsgrad von 30 Prozent der hiesigen Müllverbrennungsanlagen stecken also in jedem ostdeutschen Kilo zerstörter Existenz ca. 8 MJ bayerische elektrische Energie. In Anbetracht, dass die betroffenen Kommunen in Ostdeutschland auch noch für den Transport aufkommen müssen und dass die westdeutschen Müllverbrennungsanlagen bekanntlich schon lange unter Müllarmut leiden und nun endlich die Chance besteht, diese auszulasten, ist das wohl ziemlich viel geheucheltes Mitleid. DIRK LÖCKMANN, Karlsruhe
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen