Bremen macht gleich: Für die Frau
Gedöns wird in Bremen ganz großgeschrieben. Fast müsste man sagen, die Stadt sei woke gewesen, bevor es das Wort in den Sprachgebrauch von Friedrich Merz schaffte. Aber auch nur fast, weil es zwar Aktionspläne gibt gegen alle möglichen Phobien (Homo-, Inter-, Trans- – you name it, they got it), aber die Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm leitet die „Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau“, kurz ZGF, und nicht „… aller außer Cis-Männern“.
Kein anderes Bundesland leistet sich eine unabhängige Behörde, die nichts anderes zu tun hat, als Sexismus zu bekämpfen – zusätzlich zu einer Senatorin, die unter anderem die Ressortverantwortung für „Frauen“ hat, so wie andere Ministerien für Familie und Gedöns. Das macht die ZGF sowohl hinter den Kulissen als Teilnehmerin an den Sitzungen der Staatsrät:innen als auch mit öffentlichen Einlassungen zu aktuellen Themen. Sie wird nicht nur zu Gesetzesvorhaben gehört, sondern kann eigene Entwürfe einbringen. Seit 1981 gibt es sie schon, die aktuelle Leiterin ist die dritte, nach einem Bewerbungsverfahren von der Bürgerschaft gewählt und vom Senat für zwölf Jahre bestellt.
Die Abschaffung der ZGF fordert nicht einmal mehr die FDP. Dafür kalauert die CDU auf der Anti-Gender-Welle herum mit ihren Slogans „Für Bremen. Und Brewomen“ und „Lehrer oder Lehrer*innen – Hauptsache genug“. (eib)
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