Fridays for Future in Berlin: Ruhe vor dem Sturm

Auch eine Woche vor dem globalen Klimastreik findet die Fridays-for-Future Demo statt: 13 Protestzüge aus allen Bezirken ziehen zum Kanzleramt.

Transparente bei Fridays for Future

Fridays for Future demonstriert zum letzten Mal vor dem globalen Klimastreik Foto: Kay Nietfeld

Es ist ruhiger als sonst an diesem Freitag auf dem Invalidenplatz. Drei Organisator*innen bauen Lautsprecher auf, machen Soundcheck, packen Banner aus – wie jeden Freitag. Am Rand der Wiese stehen ein paar Polizist*innen. Aber: „Warum sind hier so wenig Leute?“, wundert sich ein Mann mit Anglerhut und dem Schild „Weniger arbeiten ist gut für die Umwelt.“

Kurz nach 12 Uhr rufen Stimmen aus der Ferne: „We are unstoppable, another world is possible.“ Auf der Bühne auf dem Invalidenplatz greift ein junger Mann zum Mikro und ruft: „Hallo Mitte!“

Eine Woche vor dem globalen Klimastreik am 20. September macht Fridays For Future in Berlin noch einmal richtig Lärm. In jedem Berliner Bezirk gab es diesmal vormittags eine Demo: Dreizehn Demos sind es insgesamt. Die hundert Demontrant*innen aus Mitte tragen einen Banner mit dem Slogan: „Bringt Klimaschutz in die MITTE der Gesellschaft.“

Sofia Lehmann ist seit Januar dabei bei Fridays For Future. Die Geografiestudentin gehört auch zum Organisationsteam des Global Climate Strikes: „Für den Global Climate Strike laden wir zum ersten Mal auch andere Organisationen dazu ein, unter eigenen Banner bei uns mitzulaufen“, sagt sie. Die Vorbereitungen für den Streik haben bereits Ende Juni begonnen: Demos anmelden, mit der Polizei sprechen, Banner malen, Stände organisieren.

Auf Wandertag zur Demo

Um 12.20 Uhr läuft der kleine Zug Richtung Kanzleramt. Dort wird der Zug aus Mitte auf die der anderen Bezirke treffen.

Im Kanzleramt tagt in einer Woche das Klimakabinett. Es berät konkrete Maßnahmen, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Klimaziele für 2030 zu erreichen. Mitglieder des Kabinetts sind unter anderem Horst Seehofer und Andreas Scheuer. Das Ziel der Tagung: Ein Klimaschutzgesetz.

Zwei Schülerinnen der Heinrich-von-Stefan-Schule wollen nächste Woche an der Schule noch Banner malen für den Klimastreik. Am Tag selbst macht die ganze Schule mit, niemand muss zum Unterricht.

Auch heute ist ein Lehrer mit seiner Klasse auf Wandertag hier. Als Vorbereitung auf den Klimastreik wird er mit der Klasse das Thema Klimawandel behandeln und Banner malen.

Treffpunkt Kanzleramt

Für den Klimastreik ist eine große Demo geplant; auch Gewerkschaften, Studierende, Parteien und andere Organisationen beteiligen sich. Alle sollen die Arbeit niederlegen, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

Um 12.45 Uhr kommt der Demozug aus Mitte vor dem Kanzleramt an. Die Fahrraddemo aus Kreuzberg ist schon da. Unter ihnen sind zwei Charité-Studentinnen. Sie mobilisieren an der Uni für den Global Climate Strike und werden am Tag selbst im Gesundheitsblock mitlaufen.

Der Mann mit Anglerhut steht jetzt auch vor dem Kanzleramt und streckt sein Schild in die Höhe. Er sei zwar nicht erwerbstätig, aber streiken könne man auch ohne eine feste Arbeit zu haben.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Seit 40 Jahren erscheint ein Regionalteil der taz in dieser großen, ja großartigen Stadt. Das Jubiläum wird würdigst begangen.

 

• Vier taz Talks laden vom 28.10.-06.11. zu Debatte und Streit über Berlin, seine Probleme und Chancen ein. Mit dabei sind u.A. Monika Herrmann, Klaus Lederer und Antje Kapek

 

• Eine (bundesweite) Sonderausgabe der taz wirft am 07.11. auf 12 Seiten in der gedruckten taz und der App einen umfassenden Blick auf die Entwicklung der Stadt seit 1980. Dem Ressort eng verbundene Autor*innen schauen auf diese vier Dekaden zurück, schildern in großen Essays, was wirklich wichtig war in jener Zeit und was davon bleibt. Außerdem sprachen wir mit jenen zwei Politikern, die zusammen 28 Jahre die Regierenden Bürgermeister Berlins waren: Klaus Wowereit und Eberhard Diepgen.

Mit der taz Bewegung bleibst Du auf dem Laufenden über Demos, Diskussionen und Aktionen in Berlin & Brandenburg. Erfahre mehr

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de