: Freiheit unter Burkas
■ Performance von Ingrid Mwangi/Kenia
Islamische Frauen leben im Verborgenen: Verhüllt vom Tschador, versteckt unter der Burka. Aber sind sie deshalb unfrei? Ingrid Mwangi aus Nairobi stellt mit ihrer Performance „A Woman in Purdah“ westliche Sichtweisen auf den Kopf. Purdah, das bedeutet Hülle oder Schleier. Purdah ist aber auch eine Lebensweise von Frauen, mit der sie sich öffentlicher Beobachtung entziehen. Das Oldenburger Edith-Russ-Haus beschließt mit der Performance der afrikanischen Künstlerin die Reihe „Draußen, Drinnen, Dazwischen – Das Fremde als Projektion des Selbst“. Diese Verortung ist für Ingrid Mwangi seit ihrer Studienzeit in Saarbrü-cken als farbige Frau in Deutschland eine alltägliche Erfahrung. Der Wunsch, sich fremden Blicken zu entziehen, bedeutet für sie nicht nur Beschneidung, sondern auch Schutz in einer von Männern dominierten Öffentlichkeit. Ist die Verhüllung also tatsächlich nur ein Instrument der Unterdrückung oder nicht auch ein weiblicher Freiraum? mg
Ingrid Mwangi kommt am Freitag abend ab 20.00 Uhr ins Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Peterstraße 2, Oldenburg.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen