Französisches Militär im Inland: Paris mobilisiert 10.000 Soldaten

Nach einer erneuten Krisensitzung erhöht Frankreich weiter die Sicherheitsmaßnahmen. Jüdische Einrichtungen im Land werden derzeit besonders geschützt.

Schwer bewaffnete Soldaten am Eiffelturm in Paris. Bild: reuters

PARIS/ANKARA afp/ap/rtr | Nach den Terroranschlägen von Paris mobilisiert Frankreich 10.000 zusätzliche Sicherheitskräfte, um das Land zu schützen. Die Militärs würden an den „anfälligen Punkten“ des Landes zur Sicherung eingesetzt, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Montag in Paris. Das habe Präsident François Hollande angeordnet. Der Verteidigungsminister verwies zur Begründung auf das „Ausmaß der Bedrohung“. Nach seinen Angaben ist es das erste Mal, dass die Streitkräfte im Inneren so zum Einsatz kommen.

Im Elysée-Palast hatte am Montagmorgen erneut eine Krisensitzung zur islamistischen Bedrohung in Frankreich stattgefunden. Bei den Terrorangriffen auf die Zeitschrift Charlie Hebdo, auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt waren vergangene Woche 17 Menschen getötet worden. Als Täter wurden drei Dschihadisten identifiziert, die bei Polizeieinsätzen ebenfalls ums Leben kamen. Premierminister Manuel Valls ging am Montag aber auch davon aus, dass die drei Männer mindestens einen Komplizen hatte. „Die Jagt geht weiter“, sagte er.

Die zeitweise als Komplizin verdächtigte Lebensgefährtin des getöteten Islamisten Amedy Coulibaly war allerdings nach türkischen Angaben zum Zeitpunkt der Terrorakte nicht in Frankreich, sondern in Syrien. Hayat Boumeddiene sei bereits am 2. Januar mit einem Flug aus Madrid in Istanbul eingetroffen und habe dort in einem Hotel gewohnt, erklärte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Montag der amtlichen Nachrichtenagentur Anatolia. Sie sei am 8. Januar von dort aus weiter nach Syrien ausgereist.

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte seinerseits am Montagmorgen angekündigt, dass 4700 Polizisten und Gendarmen für den Schutz der 717 jüdischen Einrichtungen des Landes wie Schulen und Synagogen abgeordnet würden. Bereits jetzt sind landesweit tausende Polizisten, Gendarmen und Soldaten im Einsatz. Im Großraum Paris herrscht die höchste Terrorwarnstufe.

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