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Flüchtlinge aus dem SüdsudanUganda braucht dringend Hilfe

Das afrikanische Land hat mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen, doch deren Lage ist prekär. Das UN-Hilfswerk fordert jetzt konkrete Maßnahmen.

dpa | Der blutige Konflikt im Südsudan hat inzwischen mehr als eine Million Flüchtlinge nach Uganda getrieben. Das Nachbarland brauche dringend mehr Unterstützung, um den Geflüchteten beizustehen, verlangte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UHNCR) am Donnerstag in Genf. Eine weitere Million Menschen seien aus dem Südsudan in den Sudan, nach Äthiopien, Kenia, Kongo und in die Zentralafrikanische Republik geflohen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel war gerade in Uganda und im Südsudan und hatte sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht.

Besonders prekär sei die Lage in Uganda, wo mehr als 85 Prozent Frauen mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ankämen, so das UNHCR. Die Menschen berichteten von barbarischem Verhalten der verschiedenen bewaffneten Gruppen: Zivilisten würden vor den Augen ihrer Angehörigen getötet, Frauen und Mädchen vergewaltigt und Jungen entführt und zum Waffendienst gezwungen. Uganda gilt als Musterbeispiel in der Flüchtlingshilfe. Die Regierung versucht, die Menschen möglichst in Dörfern zu integrieren, statt sie in Flüchtlingslagern unterzubringen.

Um die vielen Flüchtlinge aus dem Südsudan aufzunehmen, seien in diesem Jahr allein in Uganda 674 Millionen Dollar (gut 570 Millionen Euro) nötig. Bislang sei aber erst ein Fünftel davon eingegangen. Im Juni hätten die Essensrationen für Flüchtlinge gekürzt werden müssen. Es gebe nicht genügend medizinisches Personal und in den Schulen müssten Lehrerinnen teils Klassen von 200 Schülern unterrichten.

In Südsudan war 2013 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Neben den Flüchtlingen gibt es auch im Land bereits zwei Millionen Vertriebene. Rund sechs Millionen Südsudanesen haben nicht genug zu essen – etwa die Hälfte der Bevölkerung.

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